Von Maultaschen im Norden über Sambuca in Sterzing bis zur Freiheit mit Meerblick.
Nochmal eine Nacht bei Freunden im Norden Deutschlands
Eigentlich wollten wir am ersten Septembertag langsam gen Süden fahren. Doch meistens kommt es ja anders als man denkt. So verbrachten wir noch einen weiteren Tag mit unseren lieben Freunden und halfen ihnen noch ein bisschen bei ihrer vielen Arbeit.
Alex war am Nachmittag mit unserem Freund unterwegs, während ich mich tatsächlich im WENNE etwas zurück gezogen habe.
Kennt ihr das, wenn ihr einfach mal Zeit für euch braucht? Ich war etwas überrascht darüber, denn normalerweise kenne ich das von mir nicht. Ich genoss also die Zeit alleine und bereitete schonmal das Abendessen vor. Und wenn die Beiden schon zum Essen vorbei kommen gibt’s schwäbische Küche. So ging ich morgens noch schnell zum Hofladen in der Nähe um noch etwas Gemüse zu besorgen und bereitete leckere Alblinsen mit gerösteten Maultaschen zu. Und zum Nachtisch gab’s Kaiserschmarrn. Dafür sponserte Britta ein paar Zutaten, die wir nicht im Vorrat hatten, bei.
Es war unser letzter gemeinsamer Abend.
Hier im Norden war es seit Tagen sehr bewölkt und kühl, deswegen wurde es für uns wirklich Zeit weiter zu fahren und unser Ziel Italien anzusteuern.
Erster Stopp im Frankenland: Störche & Kunst in Herrieden
In Herrieden/Franken nahe Ansbach fanden wir einen Übernachtungsplatz in einen netten Städtchen.
Das Wahrzeichen Herrieden ist der markante Storchenturm Turm. Er wurde im Jahr 1340 erbaut und war einst ein integraler Bestandteil der mittelalterlichen Herrieder Stadtbefestigung. Seinen Namen verdankt der Turm den Weißstörchen, die hier seit Generationen Jahr für Jahr im Frühling ihr Nest auf der Turmspitze bauen und dort ihre Jungen aufziehen. Der Turm besitzt ein steiles Satteldach und diente früher als Wehrturm sowie als Torwächterhaus, um Einlassbegehren an der Altmühlbrücke zu kontrollieren.
Die Stiftsbasilika Herrieden
Das historische Kloster Herrieden wurde im Jahr 797 an der Altmühl gegründet. Es entwickelte sich über die Jahrhunderte von einem karolingischen Kloster zum Kollegiatstift. Das Stift wurde im Jahr 1804 aufgelöst.
Die ehemalige Stiftskirche dient heute als katholische Stadtpfarrkirche und besitzt den Titel einer Basilika minor.
Im heutigen Bürgerpark, dem ehemaligen Klostergarten befindet sich ein Skulpturenweg, der bedeutende Epochen und Persönlichkeiten der Stadtgeschichte symbolisiert. Das Besondere an diesem Projekt der Stadt und der Herrieder Altstadtfreunde ist, dass es sich um „Kunst zum Anfassen und Begreifen“ handelt – die von der Künstlerin Cornelia Königsperger geschaffenen Objekte dürfen explizit genutzt und besessen werden.
Die sieben Skulpturen stehen jeweils für ein bestimmtes historisches Thema. Wir stellen euch mal vier Skulpturen vor:
Grenzverkehr und ein riesiger Zufall in Sterzing
Kurz vor Österreich holten wir uns eine österreichische Go Maut Box. Uns mit unseren 7,5 Tonnen reicht keine normale Vignette, sondern wir brauchen diese Maut Box. Eigentlich wollten wir dann auch kurz drauf einen Stellplatz anfahren, doch dieser war bereits voll. Alex meinte dann nur, dass wir bis Sterzing fahren und uns dort einen Platz suchen sollten. Gesagt getan und als wir noch nicht einmal richtig auf unserem Platz gestanden hatten, sagte Alex zu mir, dass er unsere ostfriesischen Freunde fahren sah. Sofort nahm ich mein Handy und rief bei unserer Freundin an. Sie waren es tatsächlich und nur Minuten später waren sie zu uns auf den Stellplatz gekommen. Was für ein Zufall! Es war wieder einmal eine riesige Freude, die Beiden und ihre Hündin Xipeta wieder zu sehen und natürlich verbrachten wir den restlichen und den nächsten Tag gemeinsam.
Doch, wie bei uns schon zur Tradition geworden, egal wo und um wieviel Uhr, gab’s erstmal zur Begrüßung einen Sambuca. Vom Stellplatzbesitzer bekamen wir eine Packung Hartweizen Gnocchi geschenkt. Eine tolle Geste, wie wir finden.
Nach zwei tollen Tage mit unseren Freunden ging jeder wieder seinen Weg. Für uns ging es immer weiter Richtung Süden Italiens.
Kultur und Meerblick in der Emilia-Romagna
In der Region Ravenna, der Gemeinde Bagnara di Romania standen wir für eine Nacht.
Bevor wir am nächsten Tag losfuhren, machten wir noch einen Spaziergang durch die Stadt.
Das „La Porta del Paese“ ist das historische Stadttor
von Bagnara di Romania in der Region Ravenna.
Die Erzpriesterkirche Chiesa dei Santi Giovanni Battista e Andrea Apostolo (Kirche der Heiligen Johannes der Täufer und Andreas der Apostel)
Im Zentrum der Gemeinde Bagnara di Romagna in der Provinz Ravenna steht die Rocca di Bagnara, eine mittelalterliche Festung. Sie ist das einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Kastell in der Emilia-Romagna mit intakten Stadtmauern und Wassergraben. Die viereckige Ziegelfestung besitzt einen großen Bergfried und Wehrtürme.
In Sogliano al Rubicone, immer noch in der Region Emilia Romagna, fanden wir einen tollen kostenlosen Stellplatz mit Meerblick in der Ferne. Hier blieben wir 3 Nächte.
Nachdem wir etwas gegessen und die Siesta zuende war, gingen wir hinauf in die Dorfmitte. Es war zwar nicht weit aber sehr steil. Unser erster Gang war also eine Bar. Ausgeruht gingen wir noch ein wenig durch das Dorf.
Immer wieder mussten wir über diesen wunderschönen Ausblick staunen. Auf der einen Seite die Berge und auf der anderen Seite das Mittelmeer.
Bevor wir wieder zurück zu WENNE gingen, kauften wir uns noch, in dem einzigen kleinen Dorfladen der so ziemlich von allem etwas da hatte, was man zum Überleben braucht, ein paar Sachen für ein kleines Picknick am nächsten Tag.
Denn wir hatten eine ca. 13 Kilometer Rundwanderung geplant.
Am Abend bis weit in die Nacht wurden wir vom Dorf, das über unserem Stellplatz sein Leben hatte, mit Live Musik beschallt.
Wandern wird nie langweilig: Geflucht, gekämpft, angekommen!
Der nächste Tag: Wandern wird nie langweilig.
Erst läuft man kilometerlang tiefenentspannt bergab.
Dann biegt man einmal falsch ab und wir mussten uns auf der Straße orientieren, um irgendwie wieder auf den Weg zu kommen.
Als wir ihn endlich gefunden hatten, ging der ausgeschilderte Weg einen Pfad entlang, den sich die Natur längst zurückgeholt hat.
Und zum krönenden Abschluss gab es noch ein knackiges 20%-Steigungs-Workout für meine Lunge.
20%, 2km nur bergauf.
Geflucht, gekämpft, angekommen!
Die Pause inklusive diesen tollen Ausblick, haben wir uns mehr als verdient.
Unsere Entdeckung: Der 5-Cent-Wasserautomat
Kleine Entdeckung im Italien-Urlaub:
Der Wasserautomat!
Man lernt doch nie aus: Hier steht einfach ein Automat, der dir für 5 Cent pro Liter gefiltertes, kaltes Trinkwasser frisch zapft. Wer es prickelnd mag, zahlt 10 Cent pro Liter für Sprudelwasser. Eine mega nachhaltige und günstige Idee, die wir so vorher noch nie gesehen haben! Natürlich mussten wir diesen Automaten gleich mal ausprobieren. Alex nahm gleich mal einen großen Schluck und war begeistert (wenn auch seine Geste etwas übertrieben ist) 😉
Wir beschlossen uns am nächsten Tag unsere leeren 5 Liter Kanister mit diesem Wasser aufzufüllen. Nur zu empfehlen!
Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
Toller Reisebericht, wünschen Euch eine schöne Zeit in bella italia. Rosi und Felix
Hallo ihr Zwei Rosi und Felix,
danke für euren Kommentar. Es hat lange gedauert, im Norden waren wir irgendwie nicht so ganz in Bella Italia angekommen. Aber umso weiter wir genießen Süden kommen, umso entspannter werden wir 😉
Fühlt euch gedrückt und liebe Grüsse
Iris und Alex
Manchmal sind volle Stellplätze und Staus eine super Sache. 😊
Es war ein wirklich schöner Zufall, dass wir uns getroffen haben und 2 Tage miteinander genießen durften. 🍀
Bis wieder irgendwann irgendwo und allzeit gute Fahrt. 🫶
Hallo ihr Lieben,
da habt ihr recht. Erst haben wir uns über die vollen Plätze geärgert, weil wir weiterfahren mussten, obwohl wir gerne dort geblieben wären. Aber es hat doch alles einen Sinn, warum es so läuft wie es läuft und einen besseren Grund als euch dadurch rein zufällig zu treffen, kann es für uns nicht geben.
Passt auf euch auf, allzeit gute Fahrt und ganz viel Spaß weiterhin auf eurer Reise 😘
Liebe Grüße Iris und Alex
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