28.05.2023 Jarazmin-Malaga/Spanien

Wir nutzen heute die Zeit für ein Update von unseren aktuellen Eindrücken, Gefühlen, Vorstellungen, Freuden, Enttäuschungen…, die wir bis heute erlebt haben.
Und warum unser Abenteuer eine andere Richtung bekommt als ursprünglich gedacht.

Wenn es euch interessiert und ihr ein wenig Zeit habt, lehnt euch zurück. Macht es euch gemütlich und habt viel Spaß beim lesen 😉

Alex ist ziemlich schnell in unserem „Neuen Leben“ angekommen, im Gegensatz zu mir. Ich hatte lange Probleme mit Heimweh. Auch die Situation mit dem schweren Gepäck zu fahren und die verschiedenen Gegebenheiten der Strecke sind bis heute für mich anstrengend. Für Alex hingegen sind die Fahrten zwar stellenweise auch anstrengend, doch er genießt es in vollen Zügen mit dem Motorrad unterwegs zu sein.
Mittlerweile hat sich das Heimweh bei mir etwas gelegt (dank des vielen Kontaktes per WhatsApp und der Telefonaten unserer Kinder und Freunden), trotzdem fällt es mir noch schwer, mit den vielen neuen Situationen zurecht zu kommen.

Aktuell sind wir etwas deprimiert, weil wir mit der Gesamtsituation nicht so ganz zufrieden sind. Auch mein Arm ist von meinem Sturz in Orgiva, noch nicht zu 100% einsetzbar, was ein wenig belastend für uns beide ist. Aber ansonsten geht es uns gut.

Alex hilft nur beim aufstellen.

Nachdem wir nun schon über 10 Wochen unterwegs sind, mussten wir feststellen, dass wir überhaupt nicht so reisen, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Zum Einen wollten wir eigentlich viel mehr an der Küste entlang fahren, was uns bisher nicht ganz gelungen ist. Aufgrund des schlechten Wetters am Anfang unserer Reise, hatten wir bereits schon ganz früh die Richtung geändert und sind anstelle nach Bilbao und weiter nach Portugal, erst einmal in Richtung Süden von Spanien gefahren.
Und Zweitens hatten wir uns das mit Workaway etwas anders vorgestellt.

Aber jetzt erst mal der Reihe nach!

Zunächst möchten wir erwähnen, dass alles was wir schreiben, unsere persönlichen Meinungen und Eindrücke sind. Außerdem möchten wir auch klarstellen, dass wenn über etwas negativ oder von unseren Misserfolgen, schlechten Erfahrungen und so geschrieben wird, dann ist das nicht böse oder abschreckend gemeint, sondern im Gegenteil. Wir möchten einfach zeigen, dass es sich trotzdem lohnt an seinen Träumen und Wünschen festzuhalten. Auch wenn es mal nicht so gut läuft und man am liebsten alles hinwerfen mag. Man sollte sich in solchen Situationen daran erinnern warum man gerade in dieser Lage ist. Warum man diesen Schritt gegangen ist.
Es ist doch eigentlich klar, dass nicht alles immer nur positiv verläuft. Im gesamten Leben gibt es ein Auf und ein Ab. So auch auf dem Weg seiner Träume, Wünsche und Zielen.

NICHT DAS ANFANGEN WIRD BELOHNT; SONDERN DAS DURCHHALTEN!

Viele die über ihr Leben erzählen, ihre Reisen, Abenteuer, berufliches, privates oder sonst was, diese Menschen schreiben oftmals nur tolle Sachen, schöne Erlebnisse, einfach Positives. Manche erzählen schon von kleineren Misserfolgen, evtl. Rückschlägen und trotzdem, alles hört sich toll an. Wie schön es ist sich seinen Traum zu erfüllen.
Nur wenige schreiben darüber wie es ihnen wirklich geht. Über die eigenen Gefühle in verschiedenen Situationen. Über, vielleicht die ein oder andere Krise, die sie durch gemacht haben. Wahrscheinlich, vielleicht deswegen, weil es sich schlecht liest. Weil es eine negative Wirkung auf den Leser haben könnte. Wir wissen es nicht.
Wir persönlich sind einfach der Meinung, dass gehört in ein Tagebuch wie dieses mit dazu. Nicht zur Abschreckung, auf keinen Fall. Sondern zum Mut machen. Zum zeigen das man selber daraus wachsen kann. Man lernt genauso aus negativen wie aus positiven Erlebnissen.
Wir wollen euch damit sagen, dass ihr niemals aufgeben dürft an eurem Traum, euren Wünschen, eurem Tun zu glauben. Es geht immer weiter. Vielleicht auf einem anderen Weg. Vielleicht dauert es etwas länger als gedacht. Aber ihr dürft niemals aufgeben daran festzuhalten. Wir haben alle nur dieses eine Leben. Und durchhalten wird bestimmt, da sind wir uns sehr sicher, belohnt.
Wie schon am Anfang erwähnt hat Alex schnell Freude an unserem „neuem Leben“ gefunden. Die schwierigste Phase für ihn war als er, gleich in der ersten Woche, erkrankt ist. Ihm ging es sehr schlecht, ganz untypisch für ihn. Alex ist eigentlich nie krank.
Als wir die Diagnose inklusive Testergebnis bekommen hatten, konnten wir es nicht glauben. Corona positiv, das aller erste mal. Der Arzt erklärte uns, wir sollten 5 Tage in Isolation.
Wir beschlossen noch am selben Tag uns für die nächsten 14 Tage auf einem Campingplatz einen Bungalow zu mieten, anstelle wie geplant zu zelten. Somit konnten wir uns so gut wie möglich isolieren, da wir unsere eigene Küche und eigenes Badezimmer hatten.
Auch schwierig war für ihn die Situation mich in dieser schlechten Verfassung zu sehen. Mein Heimweh, meine anfänglichen vielen Tränen, meine Verzweiflung während der Fahrt zwischen Frankreich und anfangs noch in Spanien mit den ständigen Windböen, meinen täglichen Kampf mit der Gesamtsituation klar zu kommen.
Täglich hat er mir vorgeschlagen nach Hause zurück zu fahren. Aber das kam für mich bis heute nicht in Frage. Ich kenne mich gut und wusste das ich Anfangsschwierigkeiten haben werde. Auch dachte ich mir, dass diese für mich nicht in ein paar Wochen zu bewältigen sind. Deswegen ist Aufgeben noch keine Option.
Nachdem ich also auch das erste mal Corona bekommen hatte und wir beide dann nach diesen 14 Tagen endlich wieder fit waren, hofften wir richtig mit unserem Abenteuer zu starten.
In Tortosa hatten wir eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden, ganz nach unseren Vorstellungen. Im „Lucky Camp“ hatten wir eine schöne Zeit . Abgesehen von den kalten einstelligen Nächten, ging es uns richtig gut.
Wir konnten auf einem Privatgrund zelten. Eine schöne Woche haben wir bei Gerd und Tim verbracht mit vielen schönen Erlebnissen und Gesprächen.

Nach dieser Woche war es für uns an der Zeit Workaway zu testen.
Workaway ist eine Plattform bei der man sich registrieren kann, um Gastfamilien zu finden, die einen für gewisse Arbeiten die man leisten muss, Unterkunft und Verpflegung bereitstellen. Die angebotenen Möglichkeiten gibt es in verschiedenen Ländern und sind sehr vielfältig. Tätigkeiten im Bereich Tierpflege, Gartenarbeit, Kochen, Landwirtschaft, Renovierungsarbeiten und vieles mehr werden angeboten. Workaway richtet sich hauptsächlich an Reisende die gerne die verschiedenen Kulturen, Sprachen und Traditionen kennenlernen möchten. Sich mit anderen Reisenden austauschen können, in den verschieden Arbeitsbereichen dazu zu lernen oder die verschiedenen Arbeitsweisen der verschiedenen Ländern kennen zu lernen.
Genau aus diesen Gründen fanden wir das eine tolle Art zu reisen.
Unsere Erfahrung ist allerdings eine andere, als gerade beschrieben.
Wir hatten verschiedene Hoste bzw. Gastgeber angeschrieben und uns schlussendlich für die Arbeit auf einer Finca, etwas abgelegen in den Bergen Valencias entschieden.
In der Beschreibung des Hosts hieß es, dass die Finca von drei Personen geführt wird. Als Aufgaben des Arbeitsbereiches waren angegeben, die Versorgung der Tiere verschiedene Gartenarbeiten, Sammeln von Holz, kleine Reparatur- und Wartungsaufgaben. 5 Std. / 5 Tage.
Die Fahrt dorthin haben wir Beide sehr genossen. Sie war abwechslungsreich und entspannt.
Nachdem wir immer mehr Richtung bewaldetem Berg kamen, gab es außer hin und wieder einer Finca, nur sehr viel Natur um uns herum. Richtig schön abgelegen und doch nicht weit weg von der Stadt.


Als wir dort ankamen wurden wir erst einmal vom Gastgeber kurz begrüßt. In der Küche saß eine junge Frau und aß vegetarische Paella. Während sich der Gastgeber in einem Eck auf das Sofa setzte, erzählte uns die junge Frau, sie sei gerade in der Nähe und kurz mal zu Besuch gekommen. Anscheinend war sie hier auch mal als Workawayerin tätig.
Sie gab uns jedem einen Teller und Besteck und meinte wir sollen essen. Zum Essen war uns eigentlich nicht zumute. Aus Höflichkeit haben wir aber dankend angenommen.
Später hat uns der Gastgeber durch das Haus und den Garten geführt. Das Hausführung war schrecklich. Überall Dreck und Staub, die Küche sah aus als ob schon sehr lange niemand mehr geputzt hat, genau so wie das Badezimmer und eigentlich alle anderen Räume auch. Trotz des Chaos das im gesamten Außenbereiches herrschte, war es dort eigentlich gut auszuhalten. Während er uns erklärte, welche Arbeiten alle erledigt werden sollten, meinte er ständig, man kann sie nicht wirklich erledigen, da das passende Werkzeug dazu kaputt ist. Er hatte wirklich alles erdenkliche an Werkzeug und Maschinen, aber wirklich fast alles war kaputt. Auch im Haus sämtliche Küchengeräte, Lampen oder sonst was, alles kaputt, es gab nicht einmal einen Kühlschrank. Alex hatte ihm auf die Schnelle mal seinen Trimmer repariert. Der Gastgeber war so begeistert, dass er ihn gleich mal ausprobiert hat.
Nach der Führung wollten wir unsere Motorräder an einer passenden Stelle parken. Wir hatten sie für’s erste einfach nur irgendwo auf dem Grundstück abgestellt. Leider mussten wir feststellen, dass Alex sein Motorrad sich nicht mehr starten lässt. Auch das noch, frustriert darüber haben wir erstmal das nötigste an Gepäck auf unser Zimmer gebracht und uns den Kopf darüber zerbrochen, welches Problem Alex AT haben könnte.

Am Abend saßen wir draußen vor dem Haus und löcherten unseren Gastgeber mit Fragen. Da er uns bisher keinerlei Auskunft über einen Ablauf der Arbeiten (die vielleicht ohne Geräte anfallen), über die Möglichkeiten zum Essen oder einen Zeitplan gegeben hatte.
Er informierte uns darüber, dass er seit ein paar Jahren alleine auf der Finca lebt.
Das er absolut kein Geld hat, aber er immer irgendwie den Tag überlebt. So ist das Leben, meinte er noch. Einen Plan zur Arbeit gab es nicht. Alles muss irgendwie repariert, gereinigt, versorgt werden. Wie, das weiß er auch nicht. Eigeninitiative sei gefragt. Am wichtigsten war ihm sein Pool, der mittlerweile mit grünem Algen Wasser gefüllt war zu leeren und irgendwie, irgendwann zu streichen. Er hatte so gar keinen Plan und ist, so seine eigenen Angaben, mit der Situation etwas überfordert.
Kurze Zeit später ließ er uns alleine.

Was wir hier zu sehen und hören bekamen stimmte absolut gar nicht überein, mit dem was in der Workaway Beschreibung stand.

Die erste Nacht war für uns die Hölle. In dem Zimmer stand ein nicht sauberes Einzelbett unter diesem Kisten voll Spielsachen lagen. Zwei verstaubte, dreckige Schränke und eine Kommode, die die besten Tage schon hinter sich hatten. Die an der Wand lehnende Doppelmatratze legten wir vorsichtig auf den verschmutzten Boden. Wir waren uns nicht sicher ob es einen Unterschied macht noch ein Laken auf die Matratze zu spannen oder nicht, entschieden uns dann doch dafür. Anstelle der weiteren Bettsachen bevorzugten wir lieber unseren eigenen Schlafsack.
Am nächsten Morgen lag der Gastgeber noch im Bett als wir aufgestanden sind und verzweifelt etwas zum Frühstück suchten. Die Lebensmittel waren nicht sehr appetitlich, es gab keinen Kühlschrank und bei manchen Lebensmittel hatte man das Gefühl, sie konnten schon „weglaufen“.
Nach einer Grundreinigung der Kaffeekanne trauten wir uns einen Kaffee zu machen.
Es waren Hühner da! Also holte ich frische Eier, wenigstens was! Alex hat in der Zeit Toast gefunden und gemeint: “ Wir braten ihn in der Pfanne an, Spiegelei drauf, dann geht das schon.“
Als wir gerade fertig mit dem Frühstück waren, stand auch unser Gastgeber in der Küche enttäuscht darüber, dass wir ihm keinen Kaffee übrig gelassen hatten :-0
Arbeitsbeginn war am Montag und heute war Sonntag. Wir hatten gestern schon mit dem Gastgeber besprochen, dass wir uns als erstes um den Defekt des Motorrades kümmern. Er meinte, er gehe sowieso gegen Mittag zu einer Besprechung, wo sich alle umliegenden Hausbesitzer treffen und kommt erst am Abend wieder zurück. Somit sei das ok.
Wir waren so erleichtert als Alex das Problem an seiner AT beheben konnte, wenn auch nicht ganz professionell so ohne passende Ersatzteile und Werkzeuge.
Später, da wir ja alleine waren, schauten wir uns ein bisschen im Garten um und kümmerten uns um dies und das. Obwohl Sonntag war 😉
Nachdem ich am Abend, in diesem Bad ohne ein kleines sauberes Fleckchen um Handtücher aufzuhängen oder irgendetwas abzustellen, duschen war und einen kleinen Zusammenbruch hatte, hatten Alex und ich ein langes Gespräch miteinander und überlegten, wie wir weiter verbleiben sollen.
Nachdem uns klar wurde, dass wir freiwillig hier sind, eigentlich Spaß auf unserer Reise haben wollen und uns Beide hier nicht wohl fühlen, beschlossen wir gemeinsam am nächsten Tag abzureisen. Obwohl wir eigentlich zwei Wochen bleiben wollten. Am Abend haben wir darüber mit dem Gastgeber gesprochen, er war nicht begeistert und den weiteren Abend sehr distanziert. Uns ist die Entscheidung auch nicht leicht gefallen. Unser erster Host und wir geben am zweitem Tag schon auf. Lassen wir den Gastgeber im Stich? Sind wir zu anspruchsvoll?
Eigentlich nicht, schließlich stimmt hier nichts mit der Workaway Anzeige überein.
Am nächsten Morgen machten wir Kaffee und Toast mit Spiegelei für ihn mit. Bis er allerdings aufstand, war alles bereits kalt. Er freute sich trotzdem darüber.
Wir packten nach dem Frühstück gleich unsere Sachen zusammen und gaben ihm ein paar Euro für die Nacht und das Essen. Also eigentlich für nichts! Doch wir fühlten uns sonst so als hätten wir ihn irgendwie ausgenutzt. Obwohl das nicht so war.
Er war dankbar dafür und wir fühlten uns nicht ganz so schlecht.
Die Verabschiedung war kurz und gefühllos.
Wir waren sehr froh, nicht noch eine Nacht dort zu verbringen.

(Aus Respekt zu Paco, gibt es keine Bilder von dem wirklichem Chaos im Haus.)

Die Osterzeit vom 27.03.-11.04.2023 haben wir spontan auf einem Campingplatz in Villajoyosa/Katalonien verbracht. Dort hatten wir eine richtig schöne Zeit verbracht. Eine schöne Kombi aus Spaziergängen, Motorradtouren und Strand. Doch nach 16 Tagen an einem Ort, freuten wir uns, daß es nun erholt und mit neuer Kraft wieder weiter ging.
In der Zwischenzeit hatten wir eine Anfrage aus Malaga über Workaway bekommen. Malaga war für uns eigentlich erst am Jahresende geplant. Ursprünglich sollte es Richtung Portugal gehen.
Es war eine Anfrage von diesem Host, in dem wir nun gerade sind. Alles hat sich gut gelesen. Gartenbewässerung und sich um die Pflanzen kümmern stand im Vordergrund. Bisschen ums Haus kümmern und viel Zeit für Ausflüge. Der Besitzer ist anscheinend nicht immer zuhause. Allerdings hatten wir es so verstanden, dass mehrere Volontäre dort gemeinsam arbeiten. Der Aufenthalt sollte von Ende April bis Ende Mai sein.
Da sich für uns das alles gut anhörte, sagten wir zu. Auch mal um zu testen, wie es wohl sein wird, so lange an einem Ort, einem Host zu bleiben. Später dazu mehr.

Für uns ging es nun weiter Richtung Malaga. Wir suchten uns wieder einen Host zum arbeiten. In der Hoffnung nicht wieder enttäuscht zu werden.
Dieses mal entschieden wir uns für einen Host in den Bergen der Sierra Nevada. Einer alleinstehenden Dänin, in dem wir vom 12.04. – 23.04.2023 bleiben werden.
Da es zu viele Kilometer für einen Tag Fahrt gewesen wären, hatten wir uns in Mojacar, der Region Almeria, ein Hotelzimmer für eine Nacht gebucht.

In dem Host in Orgiva, Sierra Nevada hatten wir einen schweren Start. Die Gastgeberin gab uns keinen Standort und so machten wir einen Treffpunkt aus, damit wir mit ihr gemeinsam zum Host fahren können, dachten wir! Wir hatten zwar die Info von ihr bekommen, dass wir uns in einem Holzhandel treffen und „noch schnell“ helfen sollen, das gekaufte Holz für Regale auf ihrem Pickup zu befestigen. Dass wir dann allerdings insgesamt drei Stunden mit ihr durch die Gegend zum Einkaufen fahren sollten, wussten wir nicht. Das ganze bei fiesen Windböen, Hitze und in den kompletten Motorradklamotten. Nach einer langen, anstrengenden Fahrt und mit Hunger.
Gegen 19 Uhr starteten wir endlich die Fahrt Richtung Host. Nach ca. 45 min. Fahrt auf schöner, kurvenreicher Strecke zwischen den felsigen Bergen durch, bogen wir nach links auf einen steilen engen Weg ein. Mitten am steilen Berg blieb unsere Gastgeberin stehen, stieg aus und erzählte uns, dass sie uns Zeichen geben würde, an Stellen die markant sind, im Falle wir mal ins Dorf fahren, dann auch wieder zurück finden. Verzweifelt mein Motorrad an der Steigung zu halten hoffte ich das es endlich weiter geht. Alex hat sie noch gebeten, bitte nicht noch einmal an einer solchen für Motorräder unglücklichen Stelle stehen zu bleiben. Aufgrund der Steigung und engen Kurven fuhr sie allerdings so langsam, dass wir wirklich große Mühe mit den Motorrädern hatten. Und wenn wir ein bisschen mehr Abstand gehalten hatten um besser vorwärts zu kommen, stand sie irgendwo und hat auf uns gewartet. Als uns dann noch ein Transporter entgegenkam und wir trotz Bremse auf dem steilen, sandigen, Kiesbelag rückwärts rutschten, hatte ich schon große Probleme und bereut diesen Host gewählt zu haben. In der letzten Kurve, quasi schon auf dem Grundstück der Gastgeberin, machte ich einen großen Fehler und stürzte nicht unsanft zu Boden. Reflexartig stütze ich mich mit dem ausgestrecktem Arm ab. Ein noch fatalerer Fehler. Mir wurde schwarz vor Augen und ich hatte schreckliche Schmerzen an Schulter und Ellbogen. Es dauerte eine Weile bis wir mein Motorrad endlich wieder aufgestellt hatten und Alex es dann den restlichen Berg nach oben brachte. Die Gastgeberin hatte inzwischen schon ein paar mal erwähnt, dass das Essen gleich fertig sei und wir kommen sollten. Ganz ehrlich, wir hatten gerade andere Gedanken als Essen. Es wurde schon leicht dunkel und die erste Nacht sollten wir in einem kleinem Zelt übernachten. Am liebsten wollten wir als erstes das Zelt begutachten. Es musste noch eine Matratze hinein gelegt und Betten bezogen werden. Keine Chance, erst gab es Essen. Wir wollten nicht unhöflich erscheinen und aßen also erst einmal etwas. Es war in der Zwischenzeit dunkel geworden. Mein Arm und Fuß schmerzte. Im dunkeln versuchten wir verzweifelt das Zelt für die Nacht her zu richten. Ich zog nur noch Schuhe, Hose und Jacke aus und schlief in der Motorradunterwäsche. Alex hatte seine kompletten Klamotten angelassen. Ich brauche euch sicher nicht erklären wie schrecklich diese Nacht war. Zudem das Zelt auch noch so klein war, dass wir nicht einmal die Beine ausstrecken konnten.
Etwas genervt davon, dass wir so gar nicht ankommen dürfen, machten wir uns am nächsten Tag, gleich nach dem Frühstück an die Arbeit.
Am Nachmittag durften wir dann in einen Camper umziehen. In diesem war bis dahin noch Jonny, ein anderer Freiwilliger, der heute weiter gezogen ist.
Die nächsten Tage spielten sich gut ein. Wir fühlten uns immer wohler und die Arbeit machte Spaß. Die Gastgeberin hatte jeden Morgen erklärt was zu tun ist. (Meistens blieb es nicht dabei, es gab da noch Plan B und C und D und manchmal während der Arbeit ein „kannst du mal kurz das oder das machen“)
Trotzdem wusste sie genau was und vor allem wie sie es gemacht haben wollte. Die Arbeit selber, sowohl die ständigen Planänderungen von der Gastgeberin, waren sehr anstrengend. Es hat uns trotzdem sehr viel Spaß gemacht. Wir haben auch sehr viel dort gelernt. Schade fanden wir nur, dass die Gastgeberin nach der Arbeit immer ihre Ruhe wollte. Keine Gespräche, keine Zeit uns etwas die Sprache zu lernen. Toll fanden wir, dass wir sämtliche Lebensmittel die wir brauchten, von ihr bekamen. Somit war das wirklich ein Host mit Unterkunft und Verpflegung. Auch genug Freizeit um die Gegend zu erkunden hatten wir bekommen. Am letzten Abend verabredete sich die Gastgeberin mit uns auf der Terrasse. Sie lobte unsere getane Arbeiten, dankte uns dafür und für die tolle Zeit. Auch wir konnten uns für die Zeit hier bedanken. Es hat Spaß gemacht und die Gastgeberin war sehr nett und geduldig. Bis heute sind wir noch in Kontakt.

Umso näher der Abreisetag kam, umso nervöser wurde ich. Immer noch von Schmerzen im Arm geplagt, wusste ich in meiner Verzweiflung nicht wie ich jemals hier mit meinem Fahrzeug wegkommen soll. Es gab noch einen anderen Weg, dieser ging weiter bergauf aber anscheinend nicht so lange, nicht so steinig, nicht so sandig und keine so enge Kurven. Allerdings hieß es, bis zum Dorf sei es länger zu fahren. Wir schauten uns diesen Weg trotzdem mal zu fuß an. Alex fand ihn tatsächlich viel angenehmer, was ich nicht behaupten kann. Zweimal fuhren wir mit einem Motorrad diese Strecke. Für Alex sehr viel angenehmer als der Weg vom Tag 1. Nachdem ich so gar nicht zur Ruhe kam, nächtelang geweint hatte und wirklich verzweifelt war, versprach Alex mir, mein Motorrad soweit den Berg raufzufahren bis ich entspannt selber fahren kann. Das machte es nur bedingt besser, denn mein schlechtes Gewissen ihm gegenüber war sehr groß. Gesagt getan, Alex fuhr etappenweise unsere Motorräder nach oben während ich gelaufen bin.
Die restliche Fahrt bis nach Malaga verlief entspannt.

Bei den Spaziergängen in der Sierra Nevada, umgeben nur von der Schönheit der Natur, hatten wir viel Zeit zum nachdenken. Obwohl wir noch nicht lange unterwegs sind, kann es so nicht weitergehen. Wir sind beide mit der Gesamtsituation nicht zufrieden.
Ich persönlich habe nach über 40 Jahren nun den Unterschied zwischen unglücklich sein und Traurigkeit kennengelernt. Wie schon oben erwähnt, machte Alex mir öfter den Vorschlag nach Hause zu fahren. Das ist noch keine Option. Also muss eine andere Lösung her.
Ich hatte genug von den Bergen. Zumal wir ja eigentlich ursprünglich an der Küste entlangfahren wollten.
Warum haben wir das bisher nicht gemacht?
Soweit es ging sind wir die Streckenabschnitte an der Küste gefahren.
Workaway wollten wir unbedingt ausprobieren. Leider gibt es für unsere Fähigkeiten keine Angebote in den Küstenregionen. Die meisten suchen für ihre Kinder Sprachaustausch und allgemeine Hilfe bei der Kinderversorgung. Keine Betreuung von Kindern, das hatten wir im Vorfeld gemeinsam beschlossen. Da wir auch nicht besonders gut englisch sprechen, fallen auch Angebote im Sprachbereich weg. Bei allen Angeboten auf, an oder mit dem Meer werden besondere Kenntnisse gewünscht, die wir nicht vorweisen können. Auch bei arbeiten in Hostels oder ähnlichen werden besondere Kenntnisse erwartet.
Somit hatten wir nie eine Möglichkeit über Workaway in den Küstenregionen gefunden.
Campingplätze an der Küste kosten sehr viel Geld, wie wir finden. Wir zahlen für ein kleines Zelt genauso viel wie die ganzen anderen Camper. Leider können wir aber keinen Strom nutzen, der meist im Preis ínbegriffen ist. Außerdem ist es nicht überall möglich mit unsere Kocher im freien zu kochen. Aufgrund der Trockenheit.
Für Camper gibt es so viele Möglichkeiten ihre Fahrzeuge kostenfrei abzustellen und zu übernachten. Direkt am Meer, im Landesinneren oder in den Bergen.
Für Motorradfahrer gibt es das nicht. Wir dürfen unser Zelt nirgends aufstellen, kein Kochen unter freiem Himmel. Wildcampen komplett verboten. Nun gefällt es uns auch nicht besonders auf einem Stellplatz für Camper im Schlafsack neben dem Motorrad zu schlafen. Gemütlich ist irgendwie anders. Ein bisschen gemein ist das schon.
Schon von Anfang an gab es die Idee dieses Abenteuer mit zwei oder vier Rädern zu durchleben. Alex träumt von einem umgebauten Defender, kann aber auch etwas anderes Geländegängiges sein. Wir entschieden uns für die Motorräder. Wir werden leider ja auch nicht jünger und dachten, aktuell können wir noch mit dem Motorrad reisen. Wenn uns diese Art zu leben dann gefällt und wir älter sind können wir auf vier Räder umsteigen. Andersrum wäre es eher unvorteilhafter. Außerdem würden wir uns so gerne Afrika anschauen, soweit es mit den politischen Situationen möglich ist. Es gib da dieses Carne de passage, das ist ein Zolldokument das man in verschiedene Länder braucht um mit seinem Fahrzeug einzureisen. Es kostet je nach Fahrzeug eine beträchtliche Summe. Wenn man das Fahrzeug wieder nach allen vorgeschriebenen Angaben zurück in sein Land bringt und beim Zoll vorführt, dann bekommt man diesen Betrag wieder zurückerstattet. Aber erstmal muss man diesen Betrag bezahlen und das können wir uns zwar mit beiden Motorrädern aber nicht mit einem anderen Fahrzeug leisten. Das Risiko, dass aus irgendeinem Grund das Fahrzeug nicht mehr nach Deutschland kommt, ist für uns und unseren Geldbeutel doch zu groß.
In den Bergen der Sierra Nevada allerdings kam dieser Gedanke bei Alex immer mehr in Vordergrund. Er möchte sich mit seinem Fahrzeug an die vielen schönen kostenlosen Plätze hinstellen können. Die Zeit genießen. Bleiben wo es uns gefällt und weiterfahren wenn es Zeit ist weiter zu fahren. Ohne Zeitdruck, ohne Termine. Doch Afrika, ja nach Afrika das wollen wir eigentlich schon. Somit war die Entscheidung gefallen.

 


Wir fahren nach Malaga in den Host bis Ende Mai. Möchten uns danach die Alhambra in Granada anschauen, wo wir für 3 Nächte eine Unterkunft gebucht haben.
Die Entscheidung, danach noch für 12 Tage in Periana eine Unterkunft zu buchen, viel nachdem wir einige Zeit schon hier in Malaga in der Villa Karen waren. (Dazu später mehr)
Mitte Juni treffen wir uns dann mit unseren Mädels und unserem Schwiegersohn in Sevilla, da sind wir dann 4 Tage lang. Danach haben wir vor Richtung Tarifa, Cadiz zu fahren. Die Motorräder nochmal durchchecken und Ende Juni, Anfang Juli mit der Fähre nach Marokko.
Wie weit wir in Afrika kommen, ob wir nur Marokko anschauen oder weiter Richtung Süden kommen, dass lassen wir auf uns zu kommen. Wie lange die Reise durch Afrika dauern wird und ob wir dann wirklich auf vier Räder umsteigen, dass werden wir alles sehen wenn es soweit ist. Eins nach dem anderen.


Am Sonntag, den 23.04. kamen wir gegen 15 Uhr in Jarazmin/Malaga in der Villa Karen an. Nachdem sicher war, dass wir die Zeit bis Ende Mai hier her kommen werden, hatte uns der Gastgeber in eine WhatsApp Gruppe aufgenommen. Es waren dort zu diesem Zeitpunkt elf Mitglieder dabei. Immer wieder wurden Bilder von der getanen Arbeit oder einfach nur über das was man anders, besser oder gut gemacht hat geschrieben. Wir freuten uns schon, uns mit anderen Freiwilligen auszutauschen. Unser englisch aufzubessern und etwas über das was im Garten getan werden muss zu lernen. Ein paar Tage vor unserer Ankunft wurde uns vom Gastgeber mitgeteilt, daß wir ab Montag ein paar Tage alleine sein werden. Er selber sei nicht vor Ort und ein österreichischer Volontär, der am Montag Vormittag weiterziehen wird, wird uns begrüßen und eine kurze Einweisung der Arbeit geben. In der Gästewohnung sei aktuell noch ein Gast. Mit dem brauchen wir weiter aber keinen Kontakt aufnehmen, hieß es zu uns (Dabei war es ein sehr netter Mexikaner der alleine unterwegs war. Unser und sein englisch reichten für kleine Unterhaltungen aus. Ansonsten funktioniert es auch bestens mit Händen und Füßen :-)) Im Haupthaus wohnt aktuell ein Ex Volontär, der dort noch bis Ende Mai Urlaub macht.
Auch wenn wir es sehr schade fanden die ersten Tage alleine dort mit der Arbeit zu sein, hat es uns weiter aber auch nicht gestört.
Nach der Begrüßung sind wir, da wir ganz vergessen hatten das in diesem Host keine Verpflegung dabei ist, nochmal kurz einkaufen gefahren, damit wir zum Abendessen und in der Früh zum Frühstück etwas zu Essen haben.
Gegen sieben Uhr hatte uns der österreichische Freiwillige die Bewässerung der Pflanzen erklärt. Danach hatten wir ihn bei einem Bier mit Fragen gelöchert um wenigstens eine kleine Ahnung von dem zu bekommen, wie hier so der Tagesablauf ist. Gegen 22 Uhr hatten wir dann auch keine Lust mehr auf Essen. Wir sind noch duschen gegangen und dann ins Bett gefallen.

Enttäuscht, dass wir schon wieder eine schmutzige Unterkunft vorgefunden hatten, machte ich mich am nächsten Morgen nach der Gartenarbeit an das saubermachen unseres Zimmers, der Küche und des Bades. Da das Hausversorgen irgendwie auch zum Arbeitsbereich zählte, nahm ich mir raus, es als Arbeitszeit anzurechnen. Dazu kam ja noch, dass wir eigentlich am Wochenende frei haben. Aufgrund das wir ja aber alleine hier sind, müssen wir uns wenigstens um die Bewässerung der Pflanzen kümmern. Dazu benötigen wir tatsächlich ca.1 Stunde.
Wir hatten schon bei der Einweisung herausgehört, dass der Gastgeber und wir eine andere Auffassung der Arbeitsweise im Garten haben. Nachdem wir mit ihm über WhatsApp Kontakt aufgenommen hatten, bekamen wir trotzdem keine genaue Angabe der Arbeitsschritte.
Somit machten wir die Arbeit mit besten Gewissen zum Teil auf unsere Art und Weise.
Am 14.05. hieß es bekommen wir Unterstützung. Voller Vorfreude warteten wir auf das Mädchen, daß angeblich kommen sollte.
Leider sind wir jetzt nach knapp 5 Wochen immer noch als Workawayer alleine.
Vor ein paar Tagen kam der Bruder von unserem Gastgeber hier an. Es ist ein sehr netter, angenehmer Mann. Er hat uns erzählt, er bleibt ein paar Tage hier, fährt dann einige Zeit nach Sevilla und holt am 29.05. seinen Bruder (unseren Gastgeber) in Madrid ab, sodass wir ihn noch vor unserer Abfahrt am 01.06. kennenlernen können.

Die Arbeit langweilt uns mittlerweile sehr, wir lernen hier nichts und sind bei dieser Arbeit absolut nicht gefordert.
Der Gastgeber möchte hin und wieder Bilder von seinem Garten und der Entwicklung per WhatsApp geschickt bekommen.
Er formuliert vieles sehr positiv und dennoch haben wir das Gefühl, ihm passt unsere getane Arbeit nicht immer. Er meinte des öfteren der österreichische Volontär hat es uns vielleicht nicht genau genug erklärt. Wir sind allerdings der Meinung, daß es seine Aufgabe ist uns ganz genau zu erklären, was und wie wir die einzelnen Arbeiten ausführen sollen. Er hat von Anfang an gewusst, wir kennen uns mit Permakultur und südländischen Pflanzen nicht aus. Und wir haben ganz am Anfang mit ihm Kontakt aufgenommen und nochmal nachgefragt welche Arbeiten zu erledigen sind. Wenn er es perfekt haben möchte, sollte er einfach vor Ort sein. Das hat uns eigentlich schon sehr gestört.
Aus der Ferne kritisieren ohne eine gezielte Aufgabe gestellt zu haben, geht irgendwo gar nicht. Vielleicht haben wir die Nachrichten auch einfach falsch interpretiert.
Wir sind wirklich sehr gespannt ihn persönlich kennen zu lernen. Mit dem Kontakt den wir bisher mit im hatten können wir absolut nicht einschätzen, was für ein Mensch er genau ist.
Unser Fazit zu Workaway:
Niemals länger als zwei Wochen am Stück zusagen. Option auf Verlängerung aber möglich.
Wir sind enttäuscht darüber, dass leider die Angaben von dem Workaway Profil der Gastgeber selten mit dem was man wirklich vorfindet übereinstimmen.
Schade finden wir auch, dass bei den meisten Hosts keine Verpflegung angeboten wird. Somit rechnet sich für uns persönlich Workaway nicht. Die Arbeitszeiten und zum Teil die Arbeit selbst, passen unserer Meinung nach oftmals nicht mit der Gegenleistung die man bekommt zusammen. Das können wir allerdings nicht aus eigener Erfahrung sagen. Sondern nur von dem urteilen was wir auf den einzelnen Profilen zu lesen bekommen.
Des öfteren haben wir uns schon gefragt, ob wir vielleicht zu anspruchsvoll sind, zu schnell unzufrieden, doch nicht anpassungsfähig?
Nachdem wir sämtliche Erfahrungsberichte und Kommentare zum Thema Workaway und den verschiedenen Hosts gelesen hatten, sind wir allerdings etwas beruhigt nicht die einzigen zu sein, die so fühlen und denken.
Erstmal haben wir auf jeden Fall genug von dieser Art zu reisen.
Ausgeschlossen ist es allerdings nicht, es noch einmal mit Workaway zu versuchen, um vielleicht doch vom Gegenteil unserer aktuellen Meinung überzeugt zu werden?
Schon nach kurzer Zeit hier in der Villa Karen wollte Alex am liebsten wieder weiterziehen. Das Bett im Zimmer 1 war viel zu klein für 2 Personen und viel zu kurz für Alex. Bis heute haben wir noch keine Nacht durchgeschlafen und sind erholt aufgewacht. Außerdem braucht er unbedingt einen „Weitblick“ hier sitzen wir vor dem Haus und schauen auf den kleinen Garten. Nachdem wir ins Gästehaus umziehen durften war es kurzfristig besser, denn von der Terrasse aus hat man einen minimal besseren Ausblick.
Nach der 4 Woche wäre er dann am liebsten sofort von hier weg. So ist es bei uns. Einmal hat der eine ein Tief wenn es nicht nach der Vorstellung läuft und ein anderes mal der andere. Gegenseitig bauen wir uns auf und motivieren uns. Im schlimmsten Fall finden wir eine Lösung mit der jeder zufrieden ist.

Toll ist allerdings, dass wir viel Zeit dafür haben, uns die Heimat von Alex bestem Freund intensiver anzuschauen.
Freunde zu treffen und neue kennenzulernen.
Wenn ihr diesen Bericht bis hierher gelesen habt, werdet ihr feststellen, dass es für uns nicht immer nach unseren Vorstellungen läuft. Aber das ist vielleicht auch gut so. Denn auch aus den negativen Erfahrungen wachsen und lernen wir. Es gibt noch so viele verschiedene Möglichkeiten unseren Weg zu gehen. Und wenn ihr unser Abenteuer bis heute fleißig verfolgt habt, konntet ihr auch feststellen, dass wir bisher auch ganz viele schöne Momente erlebt haben.
Das Meer ist für uns beide wie Balsam für die Seele. Da fühlen wir uns richtig wohl und haben den Kopf frei für weitere Planungen, umdenken, zurück schauen auf das was war oder einfach den Moment genießen.
Bei dem Host in Orgiva haben wir viele schöne Momente erlebt.
An wohlsten fühlen wir uns wenn wir auf dem Motorrad sitzen und fahren. Ja, bei allen Problemen die ich mit dem Motorrad bisher hatte, ist diese Art zu reisen auch für mich richtig schön. Nicht um die Gegend zu erkunden in der wir gerade sind oder ziellos durch die Gegend fahren. Sondern von Ort zu Ort zu fahren, von Tag zu Tag. Die Gegend genießen, die Gerüche, die Temperaturen. Gemütliches dahin fahren und genießen. Ohne Windböen und ohne heftige Schotterpisten bergauf oder bergab. Pausen machen wo es schöne Plätze gibt, weiter fahren wenn wir genug haben.
Wir freuen uns auf die Zeit nach Villa Karen und wünschen uns so sehr, viel von Afrika sehen zu können.
Wir danken euch allen dafür, dass ihr uns so fleißig begleitet, wir freuen uns immer über eure Kommentare und hoffen, dass wir euch weiterhin schöne, interessante und abenteuerliche Beiträge liefern können.

Gestern Abend sind unser Gastgeber und sein Bruder hier angekommen. Die Beiden waren ein wenig von der langen Fahrt, von Madrid nach Malaga erschöpft, somit haben wir uns nur kurz begrüßt und uns für den nächsten Morgen verabredet.
Gegen 21:30 Uhr kam dann noch ein Workawayer an. Ein netter junger Mann aus der Schweiz.

Heute morgen hat uns unser Gastgeber durch seinen Garten geführt, um uns zu erklären, wie er sich die weiteren Arbeitsschritte vorstellt, was in nächster Zeit getan werden muss und auch so einiges über die ein oder andere Pflanzenart gelehrt.
Irgendetwas stimmte nicht an der Wasserleitung in der Nähe der Bananen. Aus irgendeinem Grund war sie dort undicht. Alex ist dann gemeinsam mit unserem Gastgeber auf die Suche des Problems gegangen. Wir anderen Beiden haben großzügig Unkraut rausgerupft, die ein oder andere Pflanze zurück geschnitten, geerntet und den Kompost versorgt.
Es war ein schönes Arbeiten heute. Endlich mal klare Ansagen, was getan werden muss 🙂 Die Abwechslung mit der Wasserleitung war für Alex auch sehr willkommen.

Der Bruder unseres Gastgebers hat uns zur Mittagszeit mit einer feinen Suppe aus den geernteten Zutaten des Gartens verwöhnt (Kürbis, Zwiebel, Sellerie, Knoblauch, Zitrone…)
Wir hatten nette Gespräche zusammen, konnten uns etwas kennenlernen und haben uns endlich ein Bild von unserem Gastgeber machen können.
Ein sehr angenehmer, netter, positiver Mensch, der allerdings genau weiß was er will und was nicht.

Ende des Monats werden wir noch hier in dem Host sein und dann geht es nach Granada.

Schreibe einen Kommentar