Der Januar zwang uns aufgrund des Dauerregens und den zum Teil bis 100 km/h angesagten starken Sturmböen, viel Zeit im Wohnmobil zu verbringen.
Die Regenpausen wurden zum Toilette ausleeren, Abwasser und Müll wegbringen genutzt. Da wir immer mit dem Motorrad zum Einkaufen fahren, müssen wir gut kalkulieren und auch immer mal wieder die trockenen Wetterphasen nutzen und spontan zum Einkaufen gehen.
Doch wir hatten noch Glück. In vielen Teilen des Landes und auch in Regionen in unserer Nähe, hatten die verschiedenen Tiefs großen Schaden angerichtet. In vielen Regionen gibt es Überflutungen, Sturmschäden und Schnee.
Der Stellplatz muss relativ geschützt liegen, denn die Vorbereitungen die wir alle hier getroffen hatten reichten aus, um keine großen Schäden zu bekommen.
Das ein und andere Zelt war zwar etwas undicht oder wurde vom Sturm etwas aus der Form gebracht. Dort wo der Platz die Möglichkeit bietet abzuwaschen wurde das Dach abgedeckt. Aber sonst gab es, soweit wir wissen, keine weiteren großen Schäden.
Die Nächte waren wegen des Sturmes und des Regens meist sehr kurz und manchmal hatte man eher das Gefühl auf See statt an Land zu sein, so sehr wurden die Wohnmobile durchgeschüttelt.
Aufgrund der fehlenden Sonne können wir schlecht einschätzen, wie lange unser Strom von unserer Photovoltaik ausreicht. Hier gibt es zwar Landstrom, doch den möchten wir nur im äußersten Notfall nutzen. Am meisten Strom verbrauchen wir, wenn wir unser Wasser zum Duschen aufwärmen. Wir könnten auch über die Heizung das Wasser erwärmen, doch die meiste Zeit ist es doch sehr mild. Also entschlossen wir zu für eine Mischung aus das Duschwasser zu erwärmen mit der Heizung und die Nutzung der Duschen des Camperparkes. Wir finden es nicht ganz günstig für einen Euro nur 3 Minuten Zeit zum Duschen zu haben. Egal ob man Wasser nutzt oder nicht, nach 3 Minuten ist die Zeit abgelaufen. Immer wieder bin ich überrascht, dass mir die Zeit zum gemütlichen duschen ausreicht.
Obwohl wir in unserem WENNE viel Platz haben, auch mal stehen können und die ein und andere Gymnastikübung ausführen können, um unsere Körper vom vielen sitzen und liegen etwas mobil zu halten, sind wir froh sobald wir auch nur kurz mal eine runde laufen können um uns anständig zu bewegen.
An einem durchwachsenen Tag wagten wir einen Spaziergang zum Strand. Es war nur ein kurzer Ausflug und wir schafften es gerade noch trockenen Fußes zurück. Doch der Anblick des tobenden Atlantiks hat sich gelohnt.
Eine schöne Abwechslung, sowohl bei schönem als auch bei diesem Mistwetter ist es auch immer, wenn uns Freunde besuchen kommen oder wir jemanden besuchen gehen. Wir zusammen was trinken, reden und einfach die gemeinsame Zeit genießen.
Ich nutzte die Zeit zum Backen, Lesen und widme mich meiner Macramee Arbeit.
Gemeinsam machten wir Spiele, sortierten Fotos und Videos auf dem Rechner, reden über unsere Zukunftspläne, machten es uns so gemütlich wie möglich und freuen uns darauf, wenn endlich wieder die Sonne scheint.
Als wir mal abschätzen konnten, dass es den ganzen Tag nicht regnet, musste Alex seine Zeit leider der Dachluke im „Schlafzimmer“ widmen. Denn der viele Regen zeigte uns dort eine undichte Stelle. Diese Arbeit hat Alex sehr gut erledigt, denn nun ist wieder alles dicht.
Zu acht waren wir diesen Monat in dem typisch portugiesischen Restaurant LaVaranda, in dem man fast ausschließlich Einheimische trifft, zum Essen gewesen.
Man bekommt dort für 14.- pro Person (es ist seit 2023 nun jedes Jahr nun um einen Euro teurer geworden) eine Vorspeise, Salat, Hauptgericht, Nachspeise, Kaffee und Getränke egal ob Wein, Bier, Wasser oder Limo. Und es schmeckt wirklich sehr lecker und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist richtig gut.
Wir haben wieder ein tolles, liebes Pärchen kennenlernen dürfen und hatten einen schönen gemeinsamen Mittag in dieser kleinen tollen Runde.
Vielleicht wundert ihr euch, wenn ihr das Bild genauer betrachtet, dass wir alle noch unser Jacken an haben. Das liegt daran, dass es in vielen Häusern, so auch in Restaurants, keine Heizungen bzw. Öfen gibt. Manchmal ist es tatsächlich draußen gefühlt wärmer als drinnen.
Da es mal wieder geregnet hatte, durften wir bei Freunden im Wohnmobil mitfahren. Das war toll, denn endlich konnte ich mich mal wieder zum weggehen „anständig“ anziehen. Sonst sind wir ja immer in den Motorradklamotten unterwegs.
Es sind solche Kleinigkeiten, die mir dann immer wieder Freude bereiten. Ich könnte mich ja auch tagsüber dementsprechend Kleiden, aber auf so einem Stellplatz und sowieso wettertechnisch aktuell viel im Wohnmobil, da habe ich dann doch lieber bequeme Kleidung an. Im Gegensatz zu Alex habe ich keine Lust den ganzen Tag in Jeans oder ähnlichem raumzulaufen. Schon als wir noch unseren festen Wohnsitz hatten, habe ich mich Zuhause sofort in meine Wohlfühlkleidung geworfen sobald ich nach Hause kam. Der Unterschied hier ist, dass ich mich auch in dem Wohlfühloutfit unter die Leute traue, indem ich halt aus welchen Gründen auch immer, über den Platz spaziere. Kennt ihr das auch oder seid ihr immer schick gekleidet?
Am vorletzten Samstag des Monats gab es endlich mal wieder Sonnenschein. Die Idee war gleich nach dem Frühstück einen ausgiebigen Spaziergang zu machen.
Doch als wir morgens aufstanden erreichte uns per SMS eine Nachricht von einem Freund hier auf dem Platz, der alleine unterwegs ist. Er bräuchte dringend Medikamente aus der Apotheke, da sich seine Erkältung jetzt wohl doch zur Bronchitis entwickelt hatte. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir ihm helfen. So ließen wir nach dem Frühstück erstmal die tägliche anfallende Arbeit ruhen und versorgten unseren Freund mit den gewünschten Medikamenten, etwas Vitaminen und Thymian Tee.
Danach kümmerten wir uns also um die Hausarbeit, den Wassertank und die Toilette. Wie es der Zufall so will waren wir noch nicht ganz fertig damit, als wir Besuch von Freunden aus Bochum bekamen. Im Winter 23/24 hatten wir uns hier auf dem Stellplatz kennen gelernt und sind bis heute immer mal wieder in Kontakt. Diesen Winter sind die Beiden allerdings nicht mit dem Wohnmobil sondern mit dem Flugzeug unterwegs. Wir haben uns riesig über ihren Besuch gefreut und haben bis weit in den Nachmittag die Zeit miteinander verbracht.
Da kann man mal wieder sehen, wie schön so ein komplett anderes verlaufender Tag als gedacht werden kann, denn wenn wir nicht in die Apotheke gefahren wären, dann wären wir sehr wahrscheinlich nicht auf dem Platz gewesen und hätten die Beiden verpasst.
Genauso unerwartet anders verlief der Tag an dem unsere Büsumer Freunde, die wir ebenfalls hier 2023/24 auf dem Platz kennengelernt und die wir im Mai letzten Jahres Zuhause besucht hatten, Ende des Monats hier ankamen.
Des Öfteren luden sie zu sich ein verwöhnen uns und anderen mit Leckereien. Einmal hatte Robert unerwartet eine Suppe für alle gekocht. Was für eine Überraschung.
Nur selten haben wir so tolle Menschen kennen gelernt. Wir danken ihnen von Herzen für die tollen Abende und die schöne Zeit miteinander.
Es ist immer wieder richtig schön die verschiedenen Geschichten von alten Bekannten und auch wieder neuen Bekanntschaften zu hören.
Ein paar Tage später hat es auch Renate geschafft hier anzukommen. Wir haben uns riesig darüber gefreut sie wieder in die Arme schließen zu können. Auch sie haben wir auf diesem Platz kennen gelernt und im Frühjahr letzten Jahres Zuhause besucht. Wir freuen uns auf die nächsten Wochen mit ihr.
Unseren lieber Freund Wusel hatte uns schon vor längerer Zeit gefragt, ob wir ihn Ende des Monats zum Flughafen in Faro bringen können und dann auch wieder abholen können. Er und seine Frau sind sehr gute Freunde von uns geworden und jeder von uns würde für den anderen fast alles tun, wenn um Hilfe gerufen wird. Somit müssten wir auch nicht darüber nachdenken. Da die Beiden mittlerweile hier in Portugal auf dem Stellplatz leben haben sie auch ein normales Auto, mit diesem fuhren wir dann am Tag des Abfluges pünktlich um 4:00 Uhr los.
Unabhängig davon wurden wir von einem anderen Freund dasselbe gefragt. Auch bei ihm mussten wir nicht lange überlegen. Er hat ein normales Auto so umgebaut, dass er damit campen kann. Wir finden das absolut bewundernswert, denn so minimalistisch zu reisen, dass könnten wir uns beim besten Willen nicht vorstellen. Somit konnten wir auch ihn mit seinem eigenen Auto zum Flughafen bringen. Er bot uns sogar an, sein Auto in seiner Abwesenheit nutzen zu dürfen.
Das bedeutet uns tatsächlich sehr viel, dieses Vertrauen, dass er doch in uns haben muss.
Allerdings nutzten wir nur auf der Rückfahrt vom Flughafen die Gelegenheit, um nochmal einzukaufen. Ansonsten brauchten wir dieses liebe Angebot nicht. Alles was wir erledigen müssen und wollen können wir mit dem Motorrad machen.
Um ihn pünktlich zum Flughafen zu bringen ging es um 5:15 Uhr los. Leider hat es an diesem Morgen ziemlich stark geregnet und gestürmt, deswegen war diese Fahrt sehr abenteuerlich gewesen.
Hier auf dem Stellplatz hat sich ein bisschen „Depristimmung“ eingeschlichen, denn alle sind dort angereist, um den Winter trocken und nicht kalt und nass zu verbringen. Ich persönlich finde das Wetter aktuell auch nicht besonders toll. Der viele Regen und die durchaus kalten Tage und noch kälteren Nächte Anfang des Monats waren wirklich nicht schön. Mittlerweile sind wenigstens die Temperaturen angenehmer. Einige Langturner, die bis März, April oder Mai bleiben wollten, haben nun Ende des Januars genug und reisen ab. Wenn man mal die Wetterlage in Deutschland mit der eisigen Kälte und dem Schnee oder die vielen Wassermassen in Spanien verfolgt, können wir eigentlich hier an diesem Ort froh sein, denn wir sind ziemlich geschützt. Kein Hochwasser und keine großen Sturmschäden. Und wenn wir mal ehrlich sind, wo soll man denn hin?? Es gibt doch gerade in vielen Regionen im Süden Europas, sogar in Marokko und Griechenland Unwetter. Das verrückte Wetter soll sich auch angeblich noch den ganzen Februar durchziehen. Wir bleiben definitiv bis Anfang März und genießen einfach die Zeit mit unseren Freunden. Wir sollten alle das Beste daraus machen und jeden Tag auf’s neue genießen und dankbar dafür sein, dass man keine Unwetterschäden davon getragen hat.
Nicht alle Tage waren regnerisch. Hin und wieder gab es, zumindest bis Mitte Januar, durchaus einen Sonnentag und diese wurden dann auch sinnvoll von uns genutzt.
Einmal machten wir mit unserem Freund Pit eine Ausfahrt mit den Motorrädern. Am Albufeira da Barragem de Odiáxere vorbei, der nach dem vielen Regen nicht voll aber für seine Verhältnisse viel Wasser trägt. Weiter ging es Richtung Monchique zum Monte da Fóia auf seinen 902 Meter hohen Gipfel. Von dort oben hat man normalerweise einen herrlichen Weitblick auf die gesamte Algarve und den Atlantik. Doch heute war der Gipfel in Wolken gehüllt. Trotzdem konnten wir einem Café und dem leckeren Kuchen, den es hier immer gibt, nicht widerstehen. Als wir wieder bergab fuhren, konnte man einen schönen Blick auf die tolle Landschaft der Algarve und dem Monchique Gebirge erhaschen.
Hier für euch noch ein paar Eindrücke von den letzten vier Wochen unserer Unternehmungen, als das Wetter trocken war. Und wenn die Sonne sich zeigt, ist es durchaus T-Shirt und kurz mal in den Atlantik spring Wetter.
Wieder einmal hatten wir diesen traumhaften Strand für uns alleine. Das sind für uns unbezahlbar, schöne Momente.
Nach dem vielen Regen und den heftigen Stürmen hatten wir am letzten Tag im Januar eine kleine Verschnaufpause, bevor das nächste Tief eintrifft. Somit nutzten wir die Zeit und hatten Spaß bei unserer Tour in der Umgebung. Richtung Portimao in die Berge von Monchique und wieder zurück über Aljezur und Carrapateira.
Schön war’s! Die Regionen hatten Glück. Die Flüsse haben endlich wieder Wasser und in den Bergen trafen wir auf einen schönen, kleinen Wasserfall.
Die Felder und Wiesen stehen zum Teil unter Wasser. Die natürlichen Wasserspeicher haben sich mit Wasser gefüllt. Ein paar Bäume sind vom Sturm umgeknickt und hier und da gab es kleine Erdrutsche. Nichts im Vergleich zu anderen Regionen in Portugal und Spanien.