13.07.-19.07.2025 Norwegen Region Nordland, Trøndelag und Møre og Romsdal

Gegen Mittag nahmen wir am Sonntag die vorerst letzte Fähre und fuhren nur ein paar Kilometer weiter um uns auszuruhen.
Wir sind in der Region Nord-Trøndelag angekommen.
Es hat knapp 30° Grad und es ist schwül.
Während Alex sich für ein Nickerchen entschied nutzte ich die Picknickbank für die Zusammenfassung des letzten Beitrags für unseren Blog.

Die letzten Tage waren anstrengend, da wir viel gefahren sind und auch die letzten Nächte waren nicht wirklich erholsam.
Einige Leute erzählten uns in Schweden macht man Kilometer und in Norwegen fährt man kurze Etappen.
Irgendwie ist das bei uns andersherum.
In den ganzen 2 Jahren, in denen wir nun reisen, ist Norwegen das Land, in dem wir die meisten Kilometer am Tag fahren.
Vor allem liegt es daran, dass wir nur schwer Möglichkeiten zum Übernachten finden können.
Zum einen heißt es ja immer, in Norwegen gilt das Jedermannsrecht, doch die Realität sieht mittlerweile anders aus, denn es gibt viele Schilder die darauf hinweisen, daß man nicht campen und übernachten darf.
Die kostenpflichtigen Plätze sind mit Preisen von 25.- bis 45.-€ für die Übernachtung auf Dauer sehr teuer.
Und wenn man dann nach einer kilometerlangen Fahrt endlich was passendes gefunden hat, sind diese Plätze meist schon belegt.
So finden wir zum Mittagessen oftmals richtig schöne Plätze, an denen man nicht nächtigen darf und fahren dann oft bis spät in die Nacht weiter.
Das Fahren in Norwegen ist auf dieser Küstenstraße etwas anstrengend weil ziemlich viel los ist, sie ziemlich eng, schmal und zum Teil sehr holprig ist. Das steile bergauf und steile bergab ist auch für WENNE nicht so leicht und viele Wohnmobilfahrer meinen ihnen gehört die Straße alleine.

Ein paar Eindrücke.

Langsam ist es an der Zeit gewesen, wieder mal die große Wäsche zu machen. Waschsalons gibt es im Norden wohl nicht, also nutzen wir die Gelegenheit, um ein paar Tage auf einem Campingplatz zu stehen, zu waschen, uns und auch unserem WENNE eine längere Fahrpause zu gönnen.
Der Platz war wunderschön. Er liegt auf einer Halbinsel in der Provinz Trøndelag. Es gibt Plätze für Wohnmobile direkt am Meer, in zweiter, dritter Reihe am Meer oder auf einem Hochplateau.
Alle wollen am Wasser stehen. Oberhalb war nicht viel los und wir hatten dort unsere Ruhe.
Und tatsächlich hatten wir hier in Frosta das erste Mal wieder eine etwas dunklere Nacht, wenn auch nicht lange und nicht ganz finster.
Obwohl wir eigentlich dachten, dass wir auch bei den hellen Nächten nicht unbedingt schlecht schliefen, stellten wir fest, bei Dunkelheit schlafen wir erholsamer.

An unserem ersten Tag auf diesem Campingplatz bei Frosta machten wir nach dem Frühstück einen ausgiebigen Spaziergang.

An dieser Stelle in einem Waldhain am Rande von Frosta bei Evenhus, gibt es sechs Felsflächen mit Petroglyphen aus der frühen Bronzezeit zu sehen.
Es gibt zahlreiche Motive von Bootsmotiven, Hirsche, Wale, zwei Randfiguren und einige Zeichnungen die schalenförmige Gruben zeigen.
Es könnten nur Steine mit eingeritzten Motiven sein, doch wenn man genauer darüber nachdenkt, aus welchem Zeitalter diese Zeichnungen sind, dann ist das schon unglaublich.

Wir konnten Schweinswale beobachten. Wie schön 😍
Wisst ihr eigentlich das Schweinswale eine Delphin Art ist??

Zurück am Platz machten wir es uns gemütlich und genossen die Sonne im Schatten und beim kaltem Fußbad bei knapp über

30 Grad.

Am zweiten Tag war Waschtag angesagt. Das Wetter war toll und so Sparten wir uns die Kosten für den Trockner.
Während ich die Wäsche aufhing und Alex bei WENNE nach dem Rechten schaute, kam eine Frau auf uns zu, die als 10 jährige nach Norwegen kam und nun hier lebt. Unter anderem erzählte sie uns, dass es seit gestern (15.07.25), einen neuen Wärmerekord hier in der Region Trøndelag gibt.

Am Freitag ging es für uns weiter Richtung Süden von Norwegen.
Die Fahrt war nicht ganz so lange und wir fanden einen gemütlichen Platz, an dem wir es uns an den Picknicktischen gemütlich machen konnten und ich mal wieder Outdoor für etwas Flexibilität meines Körpers sorgen konnte.

Wir möchten unbedingt die berühmte Touristen befahrene Atlantik-Straße fahren.
Um auf direktem Weg auf diese Atlantik Straße zu kommen müssten wir den Freifjord Tunnel passieren. Er ist an der tiefsten Stelle 130 unter dem Meeresspiegel und 5086 Meter lang. Und hat ein Gefälle von 8,5%.
Zum einen sind unsere Bremsen nicht mehr die besten und wollen am liebsten erneuert werden. (Das machen wir aber erst in Deutschland). Und im Tunnel unter Wasser fahren bedeutet auch, dass es in diesem Fall auch wieder 8,5% Steigung gibt. Schon bei geringerer Steigung schnauft unser WENNE ziemlich und hat mittlerweile auch ein bisschen Ölverlust bei den Anstrengungen. (Wahrscheinlich ist eine Dichtung nicht mehr ganz dicht) Somit ist uns nicht ganz wohl, mit unserem WENNE durch einen solchen Tunnel zu fahren.
Wir fanden eine Möglichkeit ihn zu umfahren und wir kamen an diesem wunderschönen Straßenverlauf an.

Am Abend als wir so den Streckenverlauf des nächsten Tages durchgingen, stellten wir fest, dass es auf der Strecke zur Atlantik-Straße noch einen Tunnel gibt, den man definitiv nicht umfahren kann.
Der Atlantik-Tunnel hat eine Länge von 5779 Metern. Der tiefste Punkt liegt rund 250 Meter unter der Meeresoberfläche. Und einer 10%igem Gefälle und 10%iger Steigung.
Ein bergauf und bergab fahren mit solchen starken Gefällen und Steigungen ist in Norwegen nichts ungewöhnliches und außerhalb von Tunnels in Ordnung für uns. Aber wenn wir sehen wie unser WENNE sich quält haben wir absolut kein gutes Gefühl durch einen Tunnel mit solchen Höhenunterschieden zu fahren und schon gar nicht unter Wasser.  Schon bei Bergen mit Steigungen bzw. auch Gefällen bis 8% , ab 3 km Länge, fährt unser WENNE am Limit. Bergauf mit 30 km/h und er schnauft und schnauft. Bergab mit 40/50 km/h, die Bremsen laufen heiß.
Einig waren wir uns darüber, dass wir diese Atlantik Straße unbedingt fahren möchten und das wir definitiv keinen dieser beiden Tunnel fahren werden.
Also könnt ihr uns jetzt für völlig verrückt, überempfindlich, durchgeknallt oder ängstlich gegenüber der Tunnel und Steigungen halten, doch für uns gibt es nur eine einzige Möglichkeit.
Wir nahmen also einen Umweg in Kauf und umfuhren den Freifjord Tunnel. Mussten dafür allerdings 3x mit eine Fähre fahren. Manchmal kann es da kurz vor dem Auffahren der Fähre auch ganz schön eng werden.

Als es dann soweit war fuhren wir die wunderschöne Atlantik Straße entlang, drehten vor dem zweiten Tunnel um und fuhren die Atlantik Straße wieder zurück.
Und tatsächlich kann man sagen, dass es eine der schönsten Straßen ist.
Die Atlantikstraße ist ein Abschnitt der norwegischen Reichsstraße 64 in der Provinz Møre og Romsdal zwischen Molde und Kristiansund und ist 8274 Meter lang.

Auf dieser Strecke gibt es acht Brücken.
Die Storseisund-Brücke ist mit ihren 260 Metern die längste. Insgesamt werden 891 Meter auf Brücken gefahren.

Es heißt, da die Straße genau am Ausgang eines Fjordes liegt und die Strömungen beim Tidenwechsel ziemlich stark sein können, werden oftmals die Aussichtsplattformen und Angelplätze gesperrt.
Das Wetter war allerdings hervorragend, doch für uns persönlich war ein Anhalten nicht interessant. Seht ihr auf dem nächsten Bild die Kehrseite dieser tollen Straße? So viele Fahrzeuge und zu viele Menschen für uns an einem Fleck.

Hier ein paar Atlantik Straße Eindrücke:

Unser nächstes Ziel liegt ungefähr noch 600 km entfernt. Ein Besuch bei Iris‘ Freundin aus Deutschland.
Fast schon am Ende unserer Norwegen Tour.
Bis dahin lassen wir uns, der Küstenstraße entlang treiben und leben in den Tag hinein. Ohne weitere Ziele ohne geplante Sightseeing. Einfach nur genießen und schauen was kommt.

Über diesen Luxus, Zeit und Freiheit, sind wir uns sehr wohl bewusst. Wir genießen jeden Tag und sind unglaublich dankbar dafür, dass wir aktuell so ein Leben führen dürfen.
Jeder sollte seinen Träumen nachgehen und niemals aufhören daran zu glauben, dass sie eines Tages wahr werden können. Habt Mut, mit Mut fangen die schönsten Geschichten an. Wer den Mut hat seinen Traum wahr werden zu lassen, wird es mit Sicherheit nicht bereuen. Bedenkt dabei nur die Zeit:  denn unsere Zeit läuft ab und irgendwann ist es zu spät!

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Andrea

    Wunderschön!!!
    So wahr…mit Mut fangen die schönsten Geschichten an;-))

    1. Iris und Alex

      Liebe Andrea,
      danke für deinen Kommentar!
      Viele Grüße Iris und Alex

  2. Rainer

    Moin ihr Lieben, tolle Bilder und Videos und wunderschönen be- und geschrieben. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Ziel. Lg Rainer

    1. Iris und Alex

      Moin Rainer,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Liebe Grüße aus Norwegen
      Iris und Alex

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