06.07.-12-07.2026 Andenes/Tromso, Lofoten und Nordland Norwegen

Kurz nach dem Start am Sonntag Morgen fanden wir diesen tollen Bukkekjerka Viewpoint in der Nähe von Forfjord.

Immer wieder fahren wir im  Norden Norwegens an solchen Raum- und Luftfahrt Forschungscentren vorbei.

An diesem Tag sind wir nur knapp 60 km weit gekommen, denn schon nach einem kurzem Stück Fahrt kamen wir an einem Truckunfall an, der Schweinchen geladen hatte.
Ein Feuerwehrmann informierte uns darüber, daß das einfangen der Tiere und die Bergung des Trucks, 2 bis 4 Stunden dauern kann. Auf einer Straße von 5 Metern und keine Möglichkeit des umfahrens der Strecke, blieb uns allen nichts anderes übrig als zu warten.
Es war Sonntag, also nutzte ich die Zeit, um an dem letzten Blogbeitrag für euch zu arbeiten.
Nach 5 Std ging es weiter. Ein Schweinetransporter war umgekippt. Als wir an den unzähligen Helfern vorbei fuhren, waren noch einige Schweinchen im Gras unterwegs.
Ich musste eine Zeitlang in der Wohnkabine mitfahren, da ich es nicht nach vorne schaffte, so schnell wie es dann plötzlich los ging.

Mittlerweile sind wir auf den Lofoten angekommen und wollten in Svolvær etwas Frischware einkaufen. Svolvær ist mit 4775 Einwohnern die größte Stadt auf den Lofoten. Was wir selbstverständlich nicht bedacht haben war, das so ziemlich alle Touristen hier auch einkaufen möchten und somit war es für uns unmöglich irgendeine Parkmöglichkeit zu finden. Weder Vorort, noch so, dass evt. nur einer von uns einkaufen geht und auch nicht außerhalb, sodass wir ein Stück hätten laufen müssen. Da wir tatsächlich nur etwas Gemüse und Eier kaufen wollten fuhren wir weiter. Das sind schließlich Lebensmittel auf die man auch gut verzichten kann 😂Unser nächstes Ziel ist das Vikingermuseum in Bøstad.

Doch wir müssen vorher noch einmal übernachten. Da wir absolut keine passende Übernachtungsmöglichkeit gefunden haben, entschieden wir uns das Angebot dieses Cafés für umgerechnet knapp 12 Euro anzunehmen. Man kann hier auch Strom für zusätzliche 5 NOK bekommen. Die Toiletten darf man während den Öffnungszeiten gerne benutzen.

Es ist ein sehr kuscheliges Café mit unglaublich freundlichem Personal. Ein ehemaliges Grundschulgebäude.
Wir konnten nicht widerstehen ein wenig Zeit in dieser tollen Atmosphäre zu verbringen und probierten eine Fika, die typische Spezialität, eine Zimtschnecke. Alex nahm noch einen Kaffee dazu und konnte so oft er wollte nachfüllen. Ich entschied mich für eine Tasse Tee. 17€ hat alles zusammen gekostet. Es hat sich aber gelohnt, denn es hat sehr lecker geschmeckt.
Unsere Trinkwasser Vorräte gehen langsam zu neige und so fragten wir, ob sie uns vielleicht eine unserer 5 Liter Kanister mit Frischwasser auffüllen würden.
Das war überhaupt kein Problem und wir bekamen es kostenfrei.

Später versuchte Alex nochmal sein Glück. Hauptsache es macht ihm Spass, egal ob er was fängt oder nicht 😄

Ein paar Eindrücke auf den Lofoten.

Überall laufen Schafe frei herum.

Für uns auch sehr interessant, diese Friedhöfe außerhalb der Dörfer. 

Wir nehmen euch ein kleines Stück mit auf unsere Fahrt vom nördlichen Ende der Insel Andøya in der Region Tromsø, die auch als „das Tor zur Arktis“ bekannt ist, bis hin zum Anfang der Inselgruppe Lofoten in der Region Nordland.
Immer begleitet von den Bergen und dem Meer.
Auf schmalen Straßen, auf noch engere Straßen, durch Tunnel, durch Städte und mit Begleitfahrzeug durch Baustellen. Mal mit Sonnenschein und mal mit Wolken bedecktem Himmel.

In Borg, im Wikingermuseum der Lofoten, Hjem – Lofotr Vikingmuseummachten wir eine Zeitreise in die Vergangenheit und konnten uns in einer lebendigen Umgebung sehr gut in diese Zeit hinein versetzen.

Wir lernten die Geschichte über Borg, des Häuptlings und das Machtzentrum kennen.
Im Kinosaal gab es einen Kurzfilm, „Der Traum von Borg“. Der Film basiert auf Interpretationen von Olav Tvennumbrunni, der Nationalsammlung und er vermittelt ein Bild der Atmosphäre und des Lebens der Wikingerzeit, hier in Borg.

Wir konnten das längste rekonstruierte Langhaus der Welt bestaunen. Das Häuptlingshaus ist 83 Meter lang und 12 Meter breit. Im Inneren spürten wir den Geruch von Teer und Feuer und lauschten den lokalen Wikingergeschichten, die uns von einem sympathischen jungen Mann erzählt wurde. Lernten deren Handwerk kennen und erlebten, wie die Menschen in der Wikingerzeit lebten.
Das Original Langhaus stand damals genau 20 Meter neben dem heutigen restaurierten Langhaus, wo an die original Pfähle des Hauses noch am Boden sehen kann auch haben sich einige archäologische Gegenstände gefunden.
Es wurde von einem wohlhabenden Wikinger belebt.
Die Häuser der „Normalbürger“ waren weitaus kleiner.

Die Archäologen gehen davon aus, dass sich in der Gildenhallen das Zentrum des Geschehens auf dem Häuptlingshof befand, in dem Feste und Rituale stattfanden, sich der Häuplingsthron befand, sowie auch das alltägliche Leben der Bewohner der Farm stattfand, in dem die Arbeit erledigt, das Essen zubereitet und gegessen wurde.

Die wertvollsten Funde der Ausgrabungen konzentrierten sich in der Gildehalle.
Ebenso fand man Statuen von den verschiedenen Gottheiten wie z.B. Thor, Odin, Freya.

In diesem Bereich gab es auch die Schlafräume.

Dieser Raum diente in der Wikingerzeit als Scheune und Stall für Vieh. In seiner aktuellen Rekonstruktion enthält er eine Ausstellung von Skulpturen und Figuren, die Yggdrasil und mythologische Kreaturen aus der nordischen Mythologie darstellen.

Hier fanden wir auch eine Ausstellung der Lederschuhherstellung, Holzschnitzerei und vieles mehr vor.

Die Meeresressourcen bildeten die Grundlage für das Überleben, den Wohlstand und die Macht der Häuptlingstümer in der Wikingerzeit. Insbesondere der Kabeljaufang auf den Lofoten versorgte die Bevölkerung seit jeher mit großen Mengen Fisch. Dies bot eine gute Lebensgrundlage.

Die Wikinger waren geschickte Seeleute und geschickte Bootsbauer. Das Langschiff kann als Symbol der Wikingerzeit gesehen werden und stellt den Erfolg dar, den die Wikinger in der Zeit von 800 und 1050 nach Christi hatten. Sie segelten weit, um Handel zu treiben, oder zu rauben. Die Wikinger erreichten und erkundeten Länder, die weit von ihrer Heimat im Norden entfernt waren.
Wir durften auf dem Wikingerschiff Vargfotr, einer polnischen Kopie des Gokstad-Schiffes (890er Jahre) mit segeln. Das Schiff wurde im Jahr 2000 gebaut und ist zu 65% so groß wie das Original Gokstad-Schiff.
Es war sehr interessant mitzuerleben, wie das Schiff nur mit dem Segel gesteuert werden kann.

Rekonstruktion der Schmiede.

Im Aussenbereich des Museums wurde gezeigt, wie man Leder herstellt.

Auch durften wir uns beim Axtwerfen und Bogenschießen beweisen. 

Nachdem Alex´ 3 Äxte ihr Ziel fanden, war die Erwartung des „Wickingers“ an mich groß. 

Zu meinem Glück hab ich mich nicht blamiert und er war mit meinem Ergebnis, 2 von 3 ins Ziel getroffene Äxte, sehr zufrieden 🙂

Auch im Bogenschießen stellten wir uns, zu unserer eigenen Überraschung, nicht gerade wie Anfänger an. 

Bevor wir die Lofoten verlassen, hier noch ein paar mehr Eindrücke.

Wir nehmen euch die letzten Kilometer auf den Lofoten mit.

Wenn man in Norwegen viel mit der Fähre fährt, was tatsächlich auch oft vorkommt, dann ist es sinnvoll sich bei AutoPASS for ferje anzumelden. Es ist ein Rabattsystem für Fährüberfahrten in Norwegen.
Die Bezahlung läuft automatisch per Kennzeichenscann und man bekommt bis zu 50% Rabatte, wenn man ein zugehöriges Konto hat. Auf dieses Konto bezahlt man dann ein Guthaben, von dem die anfallenden Kosten automatisch abgezogen werden. In unserem Fall waren es knapp 900.-€. Hat man am Ende noch ein Restguthaben, wird es einen wieder ausbezahlt, was fast immer der Fall sein soll (Da sind wir mal gespannt). Reicht das Guthaben nicht aus, muß man ein weiteres einbezahlen.
Wir hatten uns erst kurz bevor wir nach Norwegen eingereist sind, bei Autopass angemeldet und den von Autopass angegebenen Betrag überwiesen. Der Betrag variiert je nachdem was man für ein Fahrzeug hat. Ein 7.5 Tonner, wie unser WENNE, bezahlt natürlich mehr als ein Wohnmobil mit 3.5t oder ein Auto.
Bis der Betrag der Auslandsüberweisung auf dem Konto angekommen war, vergingen 4 Arbeitstage.
Am Mittwoch machten wir eine Fahrpause, da es erstens regnete und zweitens wir es nicht mehr weit zu dem Fährhafen hatten, von dem aus wir mit der Fähre, von den Lofoten nach Bodø auf das Festland Norwegens fahren wollten. Und weil das Guthaben zur vergünstigten Abbuchung noch nicht auf dem Konto angekommen war, hatten wir bei dem Wetter auch keine Lust noch irgendwo anders hinzufahren.
Noch am Mittwoch Abend war das Geld dann endlich auf dem Konto angekommen und Alex hatte die Idee, die Fähre um 23:45 Uhr noch zu nehmen.
Nicht so ganz begeistert stimmte ich schlussendlich zu.
Eine vorab Buchung für einen gesicherten Platz auf der Fähre ist immer teurer als wenn man sich einfach ohne Reservierung in die Schlange stellt. Das heißt dann aber auch, wenn die Fähre voll ist, ist sie voll und man muss auf die nächste warten.
Online Reservierungen gibt es allerdings auch nur eine bestimmte Anzahl, damit es auf jeden Fall noch Plätze für die spontane Überfahrt gibt.

Wir hatten Glück im Unglück. Die Fähre um 23:45 Uhr nahm uns zwar nicht mit, aber schon eine halbe Stunde später fuhr die nächste nach Bodø auf der auch wir mitgefahren konnten. Ansonsten hätten wir bis um 7:00 Uhr warten müssen.
Mit einer 15 minütigen Verspätung ging es endlich los.

Ankunft in Bodö.

Wenn ihr diese Bilder seht, bedenkt wie spät es ist.

In diesem Zuge möchte ich noch erwähnen, wie sich Alex jeden Tag freut wenn er sieht, dass unsere Photovoltaik 24/7 lädt. Bzw. unsere Batterien sind fast immer ganz voll.

Um knapp 4:20 Uhr fuhren wir von der Fähre wieder runter.

Wir suchten uns so schnell wie möglich, wie alle anderen auch, einen Platz zum Übernachten, unterwegs lief uns noch diese Elchkuh über den Weg.

Um kurz nach 5 fielen wir ins Bett und schliefen uns erstmal aus.

Der Saltstraumen, ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt. Er liegt ca. 30 km südöstlich von der Stadt Bodø entfernt.
Durch einen 2,5 Kilometer langen und etwa 150 Meter breiten Sund strömen im Wechsel der Gezeiten fast 400 Millionen Kubikmeter Wasser zwischen dem Saltfjord am Meer und dem Skjerstadfjord im Inland hin und her. Der Strom erreicht dabei Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h, an seinem Rand entstehen gewaltige Strudel. Sie können einen Durchmesser bis zu zehn Metern erreichen und mehr als vier Meter in die Tiefe reichen. Lediglich bei der Tidenumkehr tritt für kurze Zeit Ruhe ein, also beim Höchst- und Tiefststand des Skjerstadfjords.

 

Leider ist das Video nichts geworden. Es ist wirklich ein sehr spektakulärer Anblick.

Unser nächster Schlafplatz war unglaublich schön mit herrlichem Blick auf das Meer.

Ich sah einen Seeadler, der von meinem Foto mal wieder nicht gut aufgenommen wurde. Diese Tiere sind unglaublich groß mit einer Flügelspannweite von 2.65 Meter. Es macht Spaß sie immer wieder auf Felsen sitzend an der Küste oder in der Luft zu beobachten.

Svartisen ist mit 370 km² der zweitgrößte Gletscher Norwegens und liegt knapp oberhalb des Polarkreises im Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark in der Provinz Nordland. Er besitzt insgesamt 60 Gletscherarme
Im Laufe der letzten 50 Jahre bildete sich der Gletscher erheblich zurück und erreichte nicht mehr den See. 1910 war die Gletscherfront nur 50 m von Gletschersee entfernt, 1945 schon 1000 m.
Die andere Seite des Gletschers konnten wir später auf einer Fährfahrt von Jektvik nach Kilboghamn.

Auf der Fährfahrt von von Jektvik nach Kilboghamn überquerten wir auch wieder den Polarkreis und befinden uns nun wieder südlich des Polarkreises, außerhalb der arktischen Region. Nun sind wir gespannt, ab wann uns die ersten dunkleren Nächte wieder erwarten.

Von den kleinen Fährhäfen der einzelnen Inselgruppen,  waren wir so begeistert, dass wir bei der letzten Fahrt heute, doch fast vergessen hätten, auszusteigen. Es ist uns auch gar nicht aufgefallen, dass keine anderen Menschen mehr an Deck waren 😉

Das Landschaftsbild hat sich nun wieder komplett geändert und erinnert uns ein wenig an unsere Heimat und das Allgäu.
Insgesamt ging es für uns heute auf 4 Fähren, die uns auf der Küstenstraße Richtung Süden über das Meer brachten. Sie fuhren zwischen 15 min. und 1 Std.

Wir verpassten wir knapp die nächste Fähre, die gegen 23:15 Uhr ihre letzte Fahrt aufnahm.
An jedem anderen Fährhafen wäre es möglich gewesen, einfach auf der Linie eingeordnet zu übernachten, um am nächsten Morgen die erste Fähre zu nehmen. An dieser letzten Fähre haben die Norweger eine sehr geschickte Lösung. Es gibt direkt vor Ort einen Campingplatz für umgerechnet ca. 33.-€ die Nacht. Die Campingplätze in Norwegen sind nicht zu vergleichen mit Deutschen oder in Südeuropa. Für uns sind es einfache Stellplätze für Wohnmobile mit Duschen, die oft extra kosten.
Nicht weit vom Fährhafen entfernt war ein Platz auf dem schon zwei Camper standen. Ein Van und ein Auto mit Dachzelt. Also fuhren wir zurück und quetschen uns zwischen die beiden. Es hat gut funktioniert und so genossen wir noch rechtzeitig um 23:45 Uhr die letzten Strahlen des Sonnenuntergangs.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Andrea

    Ach ihr Lieben, das war mal wieder richtig schön… Gerne mehr!!! Ganz v liebe Grüße aus Düsseldorf. In 2 Wochen bin wieder in Figueira. Kommt ihr auch wieder? Lg Andrea:-))

    1. Iris und Alex

      Liebe Andrea,
      es freut uns sehr zu lesen, daß dir unser Beitrag gefällt.
      Für uns wird es diesen Winter nicht nach Figueira gehen obwohl wir schon Lust hätten euch alle mal wieder zu treffen.
      Liebe Grüße zurück 👋🏽
      Iris und Alex

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