03.08.-10.08.2025 Deutschland, Ostfiesland, Emsland, Nordhessen und Neckar-Odenwaldkreis

Am Sonntag schauten wir uns mit unserem Freund in Moordorf das Moormuseum am. Das Museum stellt in urwüchsiger Moorlandschaft die schwierige 200 jährige Entwicklungsgeschichte einer ostfriesischen Moorkolonie dar. Rainer war unser persönlicher Guide. Das war toll. Kirsten blieb mir der Hündin draußen.

Auf dem nächsten Bild sind die Dächer aus verschiedenen Stroharten dargestellt.
Links auf dem Bild sieht man Roggenlangstroh.
Es war sehr günstig und damals überall zu bekommen. Es hält nur 10-20 Jahre. Heute ist es schwierig Roggenstroh in der passenden Länge zu finden, da heute es verkürzen Roggen gibt und fast niemand mehr Langstroh aus Roggen anbaut.
Rechts im Bild sollte man eigentlich das Reeddach aus Schilfrohr.
Es ist heute sehr teuer, da es in Mengen aus den osteuropäischen Ländern importiert wird. In Ostfriesland selber wird es fast nicht mehr angebaut. Dafür hält es mit bis zu fünfzig sehr Länge.

Bis in die 1920iger Jahre wurden noch solche Lehmhäuser gebaut. Manche mit Schornstein und separaten Ställen gebaut. Andere mit offener Feuerstelle und die Tiere im Haus.

Für Brennstoffe wurde Schwarztorf aus den Mooren gewonnen. Der Weißtorf wurde von den „Moormenschen“ so bearbeitet, dass sie ihn dann an die „Stadtmenschen “ als Dünger verkaufen.
Es war harte Arbeit Torf zu gewinnen. Täglich wurden 4500 Stücke Torf abgegraben. Auch die Kinder mussten mithelfen. Der Torf wurde von oben nach unten mit Spaten oder anderen Werkzeugen aus dem Moor gestochen und anschließend getrocknet. Somit war diese Arbeit nur im Sommer geeignet.

Dieses Hochmoor war unwegsam, nass, wild und heute ungefähr 8000-10000 Jahr alt.
1765 bekam das namenlose Hochmoor den Namen „königliches Hochmoor“ und die ersten Siedler ließen sich in der schwer zugänglichen Moorlandschaften nieder.
Durch den Bau der Kanäle ist der Boden trocken gelegt worden und so konnten dort Häuser gebaut, Städte/Dörfer und Ackerland errichtet werden.
Früher waren alle Orte mit „fehn“ im heutigen Ortsnamen und auch die heutigen Fehngebiete, Hochmoore.
Fehn kommt aus dem niederländischen (Veen = Moor). Erkennbar auch an der direkten Kanallage/Wieken.

In den letzten 30 Jahren ist dieses Lehmhaus so versackt, dass man es nicht mehr betreten kann.
Damals hielten sie ein Leben lang. Ca. 50 Jahre.

Die Bewohner entnahmen ihr Wasser aus solchen Brunnen, die in den Tiefboden eingebaut wurden.
Dadurch wurde das Wasser durch den Torf gefiltert und man konnte es als Trinkwasser nutzen.

Dieses Haus wurde 1925 erbaut und kostete 85 Reichsmark.
In diesem Haus wohnten zweitweise bis zu zwölf Personen.
Es gab 2 Schlafstellen, einen innenliegenden Schornstein an der Giebelwand, zwei Außentüren und einen großzügigen Stall. Die Toilette (Plumpsklo) war ebenfalls im Stall untergebracht.

Diese Original Glocke hing damals 1893-1908 im Dachreiter der Martin Luther Kirche. Danach bekam die Kirche einen neuen Glockenturm und zwei neue Glocken.

Das Ostfriesen Barometer.

Das Landarbeiterhaus im Stil des 19. Jahrhunderts wurde von den Siedlern erst sehr spät gebaut, da sie die finanziellen Mittel nicht hatten.
Die größe des Hauses und die Baumaterialien unterschieden sich sehr von den anderen. Diese Landarbeiterhäuser zeigten den Wohlstand der Besitzer.
Dieses Haus stand seit 1844 7km entfernt und wurde noch bis 1979 bewohnt.
Es wurde 1980 an seinem damaligen Standort abgebrochen und 1981 im Museum hier wieder aufgebaut.

Das Haus besitzt ein sogenanntes Karnhaus (Wirtschaftsraum). Er war quasi die Waschküche des Landarbeiterhauses. Wasser holte man vom Brunnen außerhalb und das Abwasser wurde einfach durch ein Loch in der Wand nach draußen gekehrt.

Im 1900 Jahrhundert änderte sich die Bauweise langsam. Das Kolonistenhaus ist auch aus Lehm gebaut worden. Auf der Außenwand wurden aber Backsteine angebracht, die aus Abrisshäuser oder aus baufälligen Klöster und Kirchen gewonnen wurden.
Auch das Dach aus Stroh verschwand und es wurden handgemachte Tonplatten verwendet. Lediglich die Grundmauern aus Ton blieben von der alten Bauweise erhalten.

Mit der Zeit wurden auch die Scheunen immer geräumiger.

Das Kochhaus steht seperat des Hauptgebäudes. Dort wurde Wäsche gewaschen und für die Schweine Kartoffeln und Karotten gekocht. Der große Topf kam für allerlei verschiedene Verwendung in Einsatz.

Die Warteschule von Moordorf 1881-1895.

Der Pastor Daniel Beer rief die Warteschule ins leben. Er sorgte sich um die Kolonisten, die sich um ihr Einkommen als Tagelöhner kümmerten oder mit dem Torfabbau beschäftigt waren. Alle mussten mithelfen, selbst die größeren Kinder. Somit blieben die Kleinsten oft unbeaufsichtigt. 

Die Warteschule war sowas wie heute der Kindergarten oder die Vorschule.

Dieses Museum ist wirklich sehr empfehlenswert. Uns hat es sehr gut gefallen und wir hatten Spaß. Ein Dankeschön geht an Rainer unseren „Lokalguide“.

Danach haben die Beiden uns in die traditionelles ostfriesische Teetied (Teezeit) inkl. Kuchen entführt.

Eine gemütliche Teetied mit Kluntje und Wulkje gehört zu einem waschechten Ostfriesland-Tag einfach dazu.
Der Tee wird aus einem charakteristischem Teeservice mit der „Ostfriesischen Rose“ getrunken. Hier gibt es leider nicht dieses schöne Service. Ich habe euch aber ein Foto von einer anderen Teetied mit eingefügt, damit ihr wisst, von welchem wunderschönem Service eigentlich die rede ist.

In Ostfriesland wird der Tee nicht einfach nur getrunken, sondern es ist regelrecht eine Zeremonie.
Als allererstes gibt man ein großes Stück Kluntje (Kandis) in die Tasse.
Erst wenn alle Tassen mit Kluntje bestückt wurden, wird der Tee nach mindestens fünfminütiger Ziehzeit langsam eingegossen. Das Knacken des Kandis zeigt an, dass der Tee heiß genug war.
Im letzten Schritt wird dann die Sahne mit einer winzigen Kelle am Innenrand der Tasse aufgetragen und zwar gegen den Uhrzeigersinn. Die Ostfriesen lassen so die Zeit anhalten, um einen Moment innehalten und dem Geschehen in der Tasse, was durch die Sahne ausgelöst wird, seine volle Aufmerksamkeit schenken.

Der Gastgeber schenkt sich immer die erste Tasse ein. Schließlich muss er prüfen, ob der Tee auch wirklich gelungen ist. Dann dürfen auch die Gäste den Tee genießen. Drei Tassen Tee sind „Ostfriesenrecht“. Der Tee wird nicht umgerührt, sondern man schlürft sich durch die drei Schichten des Tees: erst die Sahne, dann der bittere Tee und schließlich der zuckersüße Kandis. Da der Tee nicht umgerührt wird reicht ein großes Stück Kandis normalerweise für alle 3 Tassen aus.
Selbst der Löffel hat eine besondere Bedeutung. Er ist nicht zum Umrühren gedacht. Er zeigt dem Gastgeber an, dass kein weiterer Tee gewünscht wird. Wer also nach der dritten Tasse nicht den Löffel in die Tasse gestellt hat, bekommt unaufgefordert immer wieder Tee nachgeschenkt.

Was für eine tolle Tradition.

Im Video seht ihr warum man die Zeit anhält und der durch die Sahne entstehenden,  berühmten und faszinierenden “Wulkje” (Sahnewölkchen) all seine Aufmerksamkeit schenkt..

Den restlichen Tag verbrachten wir am Stellplatz bei unseren Fahrzeugen.

Meine Freundin hat mir einen anständigen Haarschnitt verpasst und versucht zu retten was ich verunstaltet habe 🙈
Außerdem hat sie für uns alle Schinkennudeln gekocht. Den Abend ließen wir noch gemütlich bei Wein, Bier, Schnaps und Knabbereien gemütlich ausklingen.

An unserem letzten gemeinsamen Tag schlenderten wir über das Hafengelände in Leer.

Selbstverständlich gab es auch heute eine gemütliche Teetied mit der typischen Ostfriesentorte.

Nach wunderschönen 3 Tagen war es für uns Zeit weiter zu ziehen.

Wir haben die gemeinsame Zeit sehr genossen. Die wunderschönen Unternehmungen und auch einfach nur am See zu sitzen, zu reden und die gemeinsame zu genießen war herrlich.

Vielem lieben Dank euch Beiden. Wie immer wenn wir uns sehen habt ihr uns total verwöhnt. Danke für einfach ALLES. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen, irgendwann, irgendwo!

Bevor wir allerdings nun endlich wieder zu unserer Familie und unseren Kindern fahren, machten wir noch einen letzten Besuch bei Dortmund. Ebenfalls eine liebe Freundin, die wir in Portugal kennen lernen durften.

Wir hatten im Vorfeld einem großen Stellplatz für drei Nächte gebucht, da uns unsere Freundin darüber informierte, dass ab Donnerstag der Viehmarkt beginnt. Das größte Heimatfest Nordhessens.
Das heißt aber auch, dass viele Menschen aus woher auch immer zu dem Fest vorbei kommen werden und die Stellplätze wahrscheinlich überfüllt sein werden.

Nachdem es im Jahre 1965 Millionenschäden durch Hochwasser in den Bereichen der Twiste, Diemel und Weser gegeben hatte, wurde aufgrund dessen im September 1969 der Hessische Wasserverband Diemel gegründet.
1972 wurde als Hochwasserschutz mit dem Bau der über 20 m hohen Twistetalsperre begonnen.
Der Twistesee bietet allerdings nicht nur Schutz vor Überschwemmungen, sondern hat auch ein vielfältiges Angebot an Freizeitaktivitäten.

Die Wiedersehensfreude war auch dieses Mal sehr groß.
Unsere liebe Freundin war extra mit dem Auto gekommen, um uns vom Stellplatz aus abzuholen.
Sie machte mit uns eine kleine Sightseeing Tour mit dem Auto. Danach zeigte sie uns ihre tolle Wohnung und dann gingen wir in ein Eiskaffee.

Ihre Tochter kam auch mit dem Wohnmobil und ihren beiden Jungs auf den gleichen Stellplatz auf dem auch wir standen und während Renate dann auch die drei mit dem Auto abholte, sind Alex und ich ein wenig durch die Stadt Bad Arolsen spaziert.

Die Stadt Bad Arolsen war von 1655 bis 1918 Residenzstadt der Grafen und Fürsten von Waldeck-Pyrmont und danach bis 1929 Hauptstadt des Freistaates Waldeck, bevor dieser seine Selbständigkeit durch den Anschluss an Preußen verlor.
Die Stadt hat sehr viele historische Bauwerke Barockstil erbaut. Man nennt sie auch die Barockstadt.

Werksplatz der Steinmetze.

Die Sandsteinmauer war einst die Stadtmauer.

Das Residenzschloss ist ein barockes Schloss. Es ist eine Dreiflügelanlage, mit einem englischer Garten.

Der Schlossteich wurde vom Leitegraben gespeist, der Trinkwasser aus dem Tiehletal in die Stadt führte. 

Das Bootshaus diente mit seiner besonderen Konstruktion der eleganten Hofgesellschaft zum sicheren Eindtieg in die Boote.

Am Abend sind wir erst zum Essen gegangen und dann noch auf ein Bierchen zum Heimatfest. Heute waren die meisten Buden und Fahrgeräte geschlossen. Nur ein paar Getränke und Essensstände waren geöffnet. Richtig los geht es dann morgen.
Selbstverständlich hat unsere Freundin darauf bestanden und auch wieder zurück zu unserem WENNE zu fahren.
Für den nächsten Tag verabredeten wir uns bei ihr zu Hause. Dieses Mal allerdings wollten wir die knappe Stunde lieber zu uns ihr laufen.
Der Weg zu unserer Freundin war richtig schön. Nach einer Stunde und fünfzehn Minuten waren wir bei ihr und bekamen erstmal was zum Mittagessen.

Später sind wir dann auf den Heimatfestumzug gegangen.

Das Arolser Heimatfest ist der traditionelle Kram- & Viehmarkt und findet jedes Jahr im August statt.

Es gibt einen Festzug, Musikanten, Geschäftsleute, Firmen, Vereine, Landwirte, Institutionen wie das Krankenhaus, die Altenpflege, Diakonie und viele mehr laufen bei dem Festzug mit und wir hatten da Gefühl sie machen alle Werbung für sich. Vielleicht ist das ja auch beabsichtigt. Es werden Süßigkeiten und Werbematerialien verschenkt. Bei einigen Zügen gab es auch Bier und Schnaps.

Danach haben wir dort noch was gegessen und getrunken, sind durch die Marktstände und Fahrgeschäfte geschlendert, wie schön sind diese altmodischen Fahrgeschäfte.

Später haben wir uns von unserer lieben Freundin verabschiedet und sind gemütlich den Weg wieder eine Stunde zurück zu WENNE gelaufen.

 

Ein herzliches Dankeschön geht an unsere Freundin Renate 🤗 es war toll dich wieder getroffen zu haben. Wir danken dir dafür, daß du uns so viel über deine Stadt erzählt hast, und unser Taxi warst. Es war sehr interessant und wirklich schön bei und mit dir.

 Danke, dass du dir für uns Zeit genommen hast. Danke für alles! Wir freuen uns jetzt schon auf unser nächstes Wiedersehen.

Nachdem wir am Freitag unsere nächste Tagesetappe raussuchen wollten, stellten wir fest, dass wir dann in etwa auf Höhe von meiner Tante und meinem Onkel wären. Ich nahm sofort Kontakt zu ihr auf und wir freuten uns, dass sie so kurzfristig Zeit für uns hatte.

Wir wurden wie immer herzlich empfangen. 

Über das Wochenende blieben wir bei den Beiden. Es gab viel zu erzählen. Mal wieder wurden wir mit Frühstück, Abendessen, Kaffee, anderen Getränken und vielem mehr verwöhnt.

Meine Cousins kamen auch mal mit Anhang vorbei. Außerdem war es toll meinen 1 Wochen alten Großcousin zu sehen. 

Es waren zwei wunderschöne Tage. Vielen lieben Dank für alles. 

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Renate

    Es war sehr schön mit euch und ihr habt sehr schöne Bilder von meiner Stadt gemacht. Vielen Dank dafür

    1. Iris und Alex

      Liebe Renate,
      wir haben zu danken!
      Es freut uns wenn die unser Beitrag gefällt und du wohnst aber auch in einer wirklich schönen Stadt mit viel Geschichte.
      Hab eine gute Zeit und genieße jeden Tag 😘
      Viele liebe Grüße aus der Heimat der Steiff-Tiere
      Iris und Alex

  2. Kirsten und Rainer

    Ihr Lieben, es war eine wunderschöne Zeit mit euch! Die Gespräche, das Zusammensein hat uns viel gegeben und noch mehr bedeutet. 😘
    Schade, dass es mit dem Miniaturland nicht geklappt hat, aber in Echt ist sowieso alles viel schöner. 🤗
    Und wenn wir mit T3 bei euch aufschlagen, werdet ihr schon beim Betreten den großen 🐞 sehen. Dafür sagen wir nochmal ganz besonders DANKE, ihr seid einfach Herzensmenschen ❤️

    1. Iris und Alex

      Hallo ihr Zwei 👋🏽
      Wir können uns euch da nur anschließen und einfach nur Danke sagen 😘
      Auf unser Wiedersehen freuen wir uns schon sehr.
      Genießt die Zeit, habt viel Spaß und noch etwas Geduld bis ihr dann endlich in euer
      neues Heim ziehen könnt. Wir freuen uns mit euch ❣️
      Liebe Grüße aus der Heimat der Steiff-Tiere
      Iris und Alex

Schreibe einen Kommentar